Ankunft in Deutschland nach Flucht aus der Ukraine – Informationen für Kriegsflüchtlinge

Arrival in Germany after fleeing from Ukraine - Information for war refugees – English version

Прибытие в Германию после бегства из Украины – информация для беженцев - Russian version


Grenzübertritt nach Deutschland – Anmeldung bei den Behörden, Unterkunft und Verpflegung

Durch den russischen Angriff auf die Ukraine suchen Hunderttausende von Menschen Schutz, entweder in den westlichen Landesteilen der Ukraine oder zunächst im Nachbarland Polen. Dabei kommen ukrainische Staatsbürger (m/w/d) mit Transporten von Hilfsorganisationen sowie privaten Initiativen auch nach Deutschland, ebenso per Bus und per Bahn.

Beim Grenzübertritt kann es sein, dass die Grenzpolizei die Pässe der ukrainischen Flüchtlinge kontrolliert. Es wird jedoch kein Ticket benötigt.

An den Bahnstationen in diversen Städten, wie beispielsweise in Frankfurt/Oder, Frankfurt/Main, Berlin, Cottbus und Hannover werden die ukrainischen Kriegsflüchtlinge von Lotsen in Empfang genommen, die Ihnen weiterhelfen in Deutschland an- und unterzukommen.

Das Angebot der Deutschen Bahn bietet bei Ankunft in Deutschland eine weitere kostenlose Beförderung, beispielsweise per Bus und vorwiegend in Metropolregionen Deutschlands oder in Gemeinden und Städte, wo es gegebenenfalls Bekannten und Verwandten gibt.


Ausführliche Informationen der Deutschen Bahn in Deutsch, Ukrainisch, Russisch und Englisch gibt es hier:


Hilfe beim Ersteintritt nach Deutschland

Ukrainische Flüchtlinge, die zum ersten Mal nach Deutschland einreisen, sollten sich bei der nächstgelegene Ausländerbehörde oder Polizeidienststelle melden, falls kein gültiges Visum oder biometrischer Pass vorhanden sein sollte, um einen legalen Aufenthalt in Deutschland nachzuweisen. Ebenso sollten sie sich melden, falls keine finanziellen Mittel für eine eigene Versorgung vorhanden sein sollte.

An Bahnhöfen ist die Polizei in der Regel vor Ort und registriert ankommende Geflüchtete aus der Ukraine und sorgt bei Bedarf für Unterbringung und Verpflegung. Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, die Caritas, andere Wohlfahrtsverbände und private Initiativen ehrenamtlicher Helfer (m/w/d) unterstützen zudem die Kommunen bei der Erstversorgung und Unterbringung der Flüchtlinge aus der Ukraine.

Wenn ukrainische Staatsbürger ein gültiges Visum oder einen biometrischen Pass besitzen und für ihre Versorgung zunächst selbst aufkommen können, werden von den nächstgelegenen Ausländerbehörden oder Polizeidienststellen in der Regel nur die Personalien aufgenommen. Sie müssen keinen Antrag auf Asyl stellen. Die Unterkunft kann dann frei gewählt werden und ukrainische Geflüchtete können auch bei Verwandten oder Bekannten in Deutschland unterkommen. Zudem haben viele Städte zentrale Anlaufstellen, an die sich Geflüchtete zunächst wenden können.


Kontakt der ukrainischen Kriegsflüchtlinge zu ihren Verwandten und Bekannten

Die Deutsche Telekom, aber auch andere Telekommunikationsunternehmen unterstützen Geflüchtete aus der Ukraine, um Kontakt mit ihrer Familie in der Ukraine halten zu können.

Beispielsweise werden kostenlose SIM-Karten mit unbegrenzten Datenvolumen und unlimitierter Telefonie für ukrainische Flüchtlinge über offizielle Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt. Die Deutsche Telekom arbeitet hier eng mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zusammen.

Auch Telefonate in die Ukraine von öffentlichen Telefonzellen sind kostenfrei, wie die Telekom am 09.03.2022 schreibt.


Weitere Informationen


Rechte für ukrainische Flüchtlinge: Schutz nach § 24 Aufenthaltsgesetz

Ukrainische Staatsangehörige können mit einem biometrischen Reisepass und ohne Visum in die EU einreisen und sich darin frei bewegen, auch innerhalb Deutschlands. Dies gilt vom Tag der Einreise für einen Zeitraum von bis zu 90 Tagen. Bei der Einreise Asyl zu beantragen ist somit nicht erforderlich, da die Europäische Union für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ein unbürokratisches Aufnahmeverfahren nach § 24 Aufenthaltsgesetz beschlossen hat, um einen vorübergehenden Schutz umzusetzen.

Dadurch soll den Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine die erforderliche Zeit und Chance gegeben werden, einen Aufenthaltstitel zu beantragen und zu erhalten.

Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine müssen lediglich einen Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 24 Aufenthaltsgesetz zum vorübergehenden Schutz bei der zuständigen Ausländerbehörde stellen. Dies sollte rechtzeitig vor Ablauf der 90 Tage erfolgen. Es werden dazu Personalien, der erste Einreisetag in die EU und der Aufenthaltsgrund (Kriegssituation in der Ukraine) benötigt.

Die zuständige Ausländerbehörden sind im BAMF-Navigator zu finden unter:


Aufenthaltserlaubnis zum vorübergehenden Schutz in Deutschland

Einen Aufenthaltstitel beantragen geht in der Regel in Deutschland mit einer Arbeitserlaubnis einher, zumal für die ukrainischen Staatsbürger eine Rückkehr nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland eher unwahrscheinlich ist. Eine Erwerbstätigkeit muss von der Ausländerbehörde jedoch genehmigt werden. Auch wenn noch kein konkretes Arbeitsverhältnis in Aussicht steht, kann die zuständige Ausländerbehörde bereits in die Aufenthaltserlaubnis eintragen, dass eine Beschäftigung erlaubt ist. Das bedeutet auch, dass keine weitere Arbeitserlaubnis einer anderen Behörde erforderlich ist.

Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis zum vorübergehenden Schutz in Deutschland können zudem Leistungen der Beratung und Vermittlung nach dem SGB III durch die Agenturen für Arbeit erhalten. Darunter fallen auch Leistungen zur Bestreitung eines Lebensunterhalts, eine Unterkunft und medizinische Versorgung.

Hier gibt es also zwei mögliche Wege hinsichtlich der beantragten Aufenthaltserlaubnis:

  • Mit dem Aufenthaltstitel erhalten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine weiterhin Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und werden von der Agentur für Arbeit beraten (vergleichbar zu anderen Geflüchteten mit einem prekären Aufenthaltsstatus)
  • Mit dem Aufenthaltstitel wechseln sie in die Zuständigkeit des SGB II und erhalten in den Jobcentern ALG II- Leistungen und Leistungen der Arbeitsförderung (ähnlich der Geflüchteten aus Syrien, die über die Genfer Flüchtlingskonvention ihren Status erhalten haben)


Regelungen für geflüchtete, nicht-ukrainische Drittstaatsangehörige

Nicht-ukrainische Staatsangehörige von Drittstaaten, die nachweisen können, dass sie vor dem 24. Februar 2022 in der Ukraine internationalen Schutz oder einen gleichwertigen nationalen Schutz genossen haben, können ebenfalls einen Antrag auf vorübergehenden Schutz bei der zuständigen Ausländerbehörde stellen.

Schutzberechtigt sind zudem auch nicht-ukrainische Familienangehörige von schutzberechtigten ukrainischen Staatsangehörigen. Drittstaatsangehörige, die aus der Ukraine flüchten und nachweisen können, dass sie vor dem 24. Februar 2022 nach ukrainischer Rechtsgrundlage einen gültigen unbefristeten Aufenthaltstitel besitzen und die nicht in der Lage sind, sicher und dauerhaft in ihr Herkunftsland zurückzukehren, sind ebenfalls schutzberechtigt.


Warum eine Aufenthaltserlaubnis in jedem Fall sinnvoll ist

Das Bundesinnenministerium hat am 8. März 2022 eine Verordnung zur Befreiung von dem Erfordernis eines Aufenthaltstitels für in Deutschland eingereiste Kriegsflüchtlinge veröffentlicht, die am 9. März 2022 in Kraft getreten ist, die sog. Ukraine-Aufenthalts-Übergangsverordnung – (UkraineAufenthÜV). Sie dient der vorübergehenden Befreiung von bestimmten Personengruppen einen Aufenthaltstitel zu beantragen. Sie soll zudem als Überbrückung der aufenthaltsrechtlichen Situation dienen bis zur Genehmigung eines Aufenthaltstitels nach § 24 AufenthG.

Laut dieser Verordnung sind folgende Personengruppen, die sich am 24. Februar 2022 in der Ukraine aufgehalten beziehungsweise in der Ukraine ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hatten, vorübergehend vom Erfordernis eines Aufenthaltstitels befreit:

  • Ukrainische Staatsangehörige
  • Ukrainische Staatsangehörige, die sich bereits rechtmäßig im Bundesgebiet aufhalten
  • In der Ukraine anerkannte Flüchtlinge und Personen, die in der Ukraine internationalen oder gleichwertigen nationalen Schutz genießen

Die Verordnung tritt voraussichtlich am 23. Mai 2022 wieder außer Kraft. Die vorübergehende Befreiung vom Aufenthaltstitel sollte der Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis jedoch nicht entgegenstehen. Es ist in jedem Fall sinnvoll, eine Aufenthaltserlaubnis nach § 24 AufenthG (Aufenthaltsgewährung zum vorübergehenden Schutz) bei der Ausländerbehörde zu stellen, da beispielsweise der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erst mit der Erteilung eines Aufenthaltstitels gewährt werden kann.


Fragen und Antworten zu den Rechten der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine

Ukrainische Kriegsflüchtlinge sind nicht nur traumatisiert, sie haben viele Fragen bei Ihrer Ankunft und benötigen entsprechende Unterstützung. Auf den Webseiten der Beauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie des Bundesinnenministeriums finden ukrainische Staatsangehörige und Drittstaatsangehörige, die aus der Ukraine geflüchtet sind, aktuelle Antworten zu ihren Fragen, die fortlaufend aktualisiert werden.

Mehr zu den Fragen und Antworten zur Einreise aus der Ukraine und zum Aufenthalt in Deutschland:


Beratung und mögliche berufliche Anerkennung für ukrainische Staatsbürger

Auch die Bundesagentur für Arbeit, mit der die DEKRA Akademie zusammenarbeitet, hat auf ihrer Website wichtige Informationen auf Ukrainisch, Deutsch und Englisch zusammengestellt. Dort wird sie laufend über Beratungsangebote informieren und aufzeigen, wo weitere Informationen und Hilfen für Flüchtlinge aus der Ukraine zu finden sind:

Auch das Informationsportal der Bundesregierung gibt wichtige Informationen zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen, u.a. auf Russisch.

Wenn ukrainische Flüchtlinge bereit sind in Deutschland zu arbeiten in einem Beruf, den sie in der Ukraine erlernt haben, dann können sie herausfinden, unter welchen Bedingungen sie arbeiten dürfen. Auf der folgenden Website finden sie außerdem hilfreiche Tipps für die Stellensuche und eine Job-Vermittlung:

Aufgrund der aktuellen Situation in der Ukraine stellen sich auch vielen Arbeitgebern und Beschäftigten wichtige Fragen. Daher aktualisiert die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) ihren FAQ-Leitfaden stetig, neben der aufenthaltsrechtlichen Situation ukrainischer Flüchtlinge, werden auch arbeitsrechtliche und sozialversicherungsrechtliche Fragen verständlich beantwortet:


Wir haben diese Informationen nach bestem Wissen zusammengestellt und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit – alle rechtlichen Hinweise sind ohne Gewähr.

Sie haben Fragen?

Rufen Sie uns an unter Tel.: +49.711.7861-0 +49.711.7861-0 oder nutzen Sie das Kontaktformular.

* Pflichtfelder