Aufstiegs- oder Anpassungsfortbildung: Welche passt zu mir?

Wer sich weiterentwickeln oder auf der Karriereleiter aufsteigen möchte, sucht häufig nach einer passenden Fortbildung. Dabei werden unterschiedliche Fortbildungsarten unterschieden. Aufstiegsfortbildung und Anpassungsfortbildung zählen dabei zu den bekannten Arten.

Aber was genau ist eigentlich eine Fortbildung und wie unterscheiden sich die unterschiedlichen Fortbildungsarten? In welcher beruflichen Situation passt welche Fortbildungsart? Wir bringen Ordnung in den Dschungel und klären wichtige Fragen


Was ist eine Fortbildung?

In Deutschland regelt das Berufsbildungsgesetz (BBiG) Ziele und Begriffe zur Berufsbildung und Fortbildung. Sinngemäß wird die Fortbildung darin mit folgender Definition beschrieben:

  • Maßnahmen zur Berufsbildung sind die Berufsausbildungsvorbereitung, die Berufsausbildung, die berufliche Fortbildung und die berufliche Umschulung.
  • Beruflicher Aufstieg, Erhalt, Anpassung oder Erweiterung der beruflichen Handlungsfähigkeit sollen durch berufliche Fortbildungen ermöglicht werden.

Die Fortbildungsdefinition des BBiG umfasst bereits wichtige Aspekte unterschiedlicher Fortbildungsarten.


Fortbildungsarten auf einen Blick: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Folgende Fortbildungsarten werden unterschieden:

  • Wer nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung die nächste Stufe auf der Karriereleiter nehmen möchte, kann eine Aufstiegsfortbildung besuchen. Sie qualifiziert für höhere Positionen mit mehr Verantwortung. Daher sind neben fachlichen Themen auch Aspekte wie Mitarbeiterführung und Organisation Teil der Aufstiegsfortbildung. Einige der Aufstiegsfortbildungen befähigen zur Teilnahme an einer Abschlussprüfung vor der IHK. Mehr dazu auch unter IHK-Weiterbildungen.
  • Durch den stetigen Wandel der Arbeitswelt verändern sich rechtliche, technische, wirtschaftliche und soziale Fragen und Anforderungen. Durch eine Anpassungsfortbildung bleiben Sie stets auf dem aktuellen Stand der Entwicklung. Wie der Begriff der Anpassungsfortbildung verrät, hilft sie zudem sich an die aktuellen Anforderungen am Arbeitsplatz anzupassen. Diese Form von Fortbildungen bieten sich in jeder Branche.
  • Wer nach längerer beruflicher Pause wieder voll durchstarten möchte, belegt zum Start am besten eine Erhaltungsfortbildung. Die Pause kann dabei durch Krankheitsphasen, Elternzeit oder Arbeitslosigkeit verursacht sein. Die Erhaltungsfortbildung dient dazu, berufliche Fertigkeiten und Fähigkeiten zu reaktiveren und aufzufrischen. Berufsaktuelles Fachwissen steht im Fokus dieser Fortbildungsform.
  • Wer seine bisherigen Fähigkeiten ausbauen möchte, der besucht eine Erweiterungsfortbildung. Dadurch können neue Aufgaben und Tätigkeitsfelder im bisher ausgeübten Job übernommen werden. Ein Berufskraftfahrer (m/w/d) kann so beispielsweise durch eine Erweiterungsfortbildung den ADR Schein ablegen. Dieser befähigt ihn Gefahrgut zu transportieren. Ähnliche Beispiele sind etwa die Qualifizierung zum Brandschutzhelfer (m/w/d) oder zum Hygienebeauftragten (m/w/d).
  • Auch Arbeitsschutzunterweisungen zählen zu den Fortbildungsarten. Diese Sicherheitsunterweisungen müssen jährlich wiederholt werden und sind in vielen Bereichen Pflicht. Dazu zählt zum Beispiel auch der Staplerschein.

Was ist der Unterschied zwischen einer Fortbildung und einer Weiterbildung?

Alle vorgestellten Fortbildungsarten haben eines gemeinsam: sie beziehen sich auf die Tätigkeit, die derzeit ausgeübt wird. Die vermittelten Inhalte basieren auf konkreten Aufgaben im derzeitigen Job und sind zudem durch das Berufsbildungsgesetz geregelt. Diese Gemeinsamkeit ist zugleich der große Unterschied zu einer Weiterbildung. Weiterbildungen dienen dazu, die eigene berufliche Qualifikation zu erweitern.

Die Begriffe Weiterbildung und Fortbildung lassen sich auch hinsichtlich ihres Wirkungskreises unterscheiden. Die Weiterbildung zählt zum privat zugänglichen deutschen Bildungskanon, die Fortbildung ist in der Regel eine öffentlich zugängliche Bildungsmaßnahme.


Zählen Fortbildungen zur Arbeitszeit?

Werden Fortbildungen durch den Arbeitgeber angeordnet, zählt die dafür aufgewandte Zeit als Arbeitszeit. Auch die anfallenden Kosten sowie An- und Abreisezeit sind vergütungspflichtig.


Warum macht man eine Fortbildung?

Ziel einer jeden Fortbildung ist es, die eigenen Fähigkeiten aufzufrischen, zu vertiefen oder zu erweitern. Dadurch qualifizieren sich die Teilnehmenden nicht nur für den nächsten Karriereschritt, sondern können auch wichtige Aspekte der täglichen Arbeit weiterentwickeln und wieder ins Gedächtnis rufen. Letzteres ist gerade auch im Bereich der Arbeitssicherheit von großer Bedeutung.

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