Dank Externenprüfung mit Berufserfahrung zum Abschluss

Wer bereits mehrere Jahre in einem Beruf tätig ist, aber nicht über den entsprechenden Berufsabschluss verfügt, hat einige Nachteile auf dem Arbeitsmarkt. Wird der Beruf nicht nach Tarifverträgen entlohnt, wird das beispielsweise im Verdienst ersichtlich.

Ein fehlender Berufsabschluss führt häufig auch zu einem erschwerten Zugang zu Weiterbildungsmöglichkeiten und zu geringeren Aufstiegschancen. Insgesamt schützt eine erfolgreich absolvierte Berufsausbildung vor Arbeitslosigkeit und ermöglicht vielfältige Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.


Wann wird ein Beruf ohne Ausbildung anerkannt?

Eine klassische Berufsausbildung nach längerer Berufstätigkeit kommt für angelernte Fachkräfte aber in vielerlei Hinsicht nicht in Frage. Dank der Externenprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ist dies auch gar nicht erforderlich. Bei der "Ausnahmsweisen Zulassung", wie die Externenprüfung auch genannt wird, spielt die Berufspraxis eine zentrale Rolle.


Was ist eine Externenprüfung?

Eine Externenprüfung ist die Chance für alle angelernten Fachkräfte den formalen Berufsabschluss nachzuholen. Die entsprechende gesetzliche Grundlage schafft das Berufsbildungsgesetz § 45 Abs. 2 BBiG oder die Handwerksordnung § 37 Abs. HwO. Für die Zulassung ist unter anderem mehrjährige Berufserfahrung notwendig.


Was sind die Voraussetzungen für die Externenprüfung vor der IHK?

Wer eine Externenprüfung ablegen möchte, muss mindestens das Eineinhalbfache der vorgeschriebenen Ausbildungszeit im jeweiligen Beruf tätig gewesen sein. Für die Mehrzahl der Berufe bedeutet das eine Berufserfahrung von viereinhalb Jahren. Denn in der Regel beträgt die Ausbildungszeit in Deutschland drei Jahre. Mögliche Berufsjahre im Ausland werden dabei gleichermaßen anerkannt.

Für die Teilnahme an der Prüfung spielt es keine Rolle, ob Sie derzeit Voll- oder Teilzeit, selbstständig, angestellt oder sogar auf Arbeitssuche sind. Wichtig ist, dass Sie über entsprechende Nachweise für die geforderte Berufserfahrung verfügen.

Beim Antrag auf Zulassung zur Externenprüfung müssen entsprechende Dokumente vorgelegt werden. Dazu zählen z.B.:

  • Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse oder Praktikumsbescheinigungen
  • Arbeitsverträge, Stellenausschreibungen, Gehaltsabrechnungen oder Sozialversicherungsnachweise
  • Referenzen, Zertifikate oder Teilnahmebescheinigungen
  • Selbstauskünfte oder Gewerbeanmeldungen


Wie hoch sind die Kosten einer IHK-Externenprüfung?

Die Kosten der IHK-Externenprüfung richtet sich nach der jeweiligen Handelskammer. Zudem können noch weitere Anschaffungskosten für Lehrbücher und -materialien anfallen. Um fit für die IHK-Prüfung zu sein, empfiehlt sich der Besuch eines Vorbereitungskurses, auch hierfür fallen geringe Gebühren an.


Welche IHK-Abschlüsse können nachgeholt werden?

Nur für einen anerkannten Ausbildungsberuf besteht die Möglichkeit der externen Prüfung. Dazu zählen kaufmännische Berufe oder kaufmännisch-verwandte Berufe, IT-Berufe oder Berufe in der Lagerlogistik. Auch Fachkräfte, die in der Pflege tätig sind, können den anerkannten Berufsabschluss erlangen.

Zu den beliebten angestrebten Abschlüssen zählen unter anderem:


Wie läuft die Externenprüfung ab?

Die Abschlussprüfung teilt sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil auf. Neben vier Fächern des beruflichen Schwerpunkts wird auch in den Fächern Mathematik, Deutsch und eine Fremdsprache (meist Englisch) geprüft.

Meistens findet die Externenprüfung im Frühjahr statt. Der Zeitraum ist wiederum abhängig von der zuständigen IHK. Die erforderlichen Nachweise müssen aber deutlich früher eingereicht werden.

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