Schweißkurs bei der DEKRA Akademie

Schweißkurs

In den Metallberufen ist die Nachfrage nach geschultem Personal, gerade auch mit aktuellen Schweißbescheinigungen, sehr groß. Dabei sind die Anforderungen an Mitarbeiter im Metallbereich in den letzten Jahren erheblich gestiegen. In einem Schweißkurs der DEKRA Akademie lernen die Teilnehmenden den Umgang mit moderner Schweißtechnik und den flexiblen Einsatz in verschiedenen Bereichen sowie von unterschiedlichen Werksstoffen und Schweißverfahren.

In Industrie und Handwerk steigt die Bedeutung des Schweißens als Hochleistungstechnologie. Moderne Werkstoffe, neue Konstruktionen und ständig sich ändernde Fertigungsprozesse stellen höchste qualitative Anforderungen an die Verarbeitung von Grund- und Zusatzwerkstoffen und damit auch an die Kompetenz der Schweißkräfte. Aufgrund der rasanten technischen Entwicklung sowie der sich laufend ändernden Sicherheits- und Qualitätsstandards benötigen sie daher eine hochwertige Qualifizierung und Ausbildung. Ein Schweißkurs bei der DEKRA Akademie frischt vorhandene Kenntnisse auf und erweitert diese. Zudem bereitet er die Teilnehmenden zielgerichtet auf die jeweilige Schweißerprüfung vor.

Um eine möglichst individualisierte und flexible Qualifizierung anbieten zu können, die unmittelbar auf die jeweils benötigte Schweißtechnik ausgerichtet ist, besteht ein Schweißkurs aus verschiedenen Bausteinen, die Teilnehmer entsprechend ihrer Bedürfnisse zusammenstellen können. Hierzu erstellen die Experten der DEKRA Akademie während eines Beratungsgespräches gemeinsam mit dem Teilnehmer oder der Teilnehmerin ein individuelles Weiterbildungskonzept.

Das hat den Vorteil, dass die Kursteilnehmenden die Bausteine entsprechend den Anforderungen in ihren Betrieben kombinieren können. So erwerben sie genau die Fachkenntnisse, die sie später wirklich benötigen. Aus diesem Grunde variiert die Dauer der Ausbildung je nach Bedarf, Vorkenntnissen und Qualifizierungsziel. Die Lehrinhalte bestehen aus theoretischen und praktischen Anteilen, die sich nach den jeweiligen Schweißverfahren richten.

Als rechtliche Grundlage dient die Druckgeräte-Richtlinie 97/23/EG − DIN 18800. Jeder Schweißkurs endet mit einer Prüfung. Bei Bestehen erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat der DEKRA Akademie.


Schweißverfahren im Weiterbildungsangebot der DEKRA Akademie

Die hier aufgelisteten Schweißverfahren können Interessierte in Kombination oder als Einzelbausteine buchen.

Lichtbogenhandschweißen (E-Schweißen, Prozess 111)

Das Verfahren wird auch E-Handschweißen oder E-Schweißen genannt und ist eines der ältesten elektrischen Schweißverfahren für metallische Werkstoffe. Geschweißt wird mittels Lichtbogen und einer Stabelektrode. Da mit Lichtbogenhandschweißen nahezu alle schweißbaren Werkstoffe geschweißt werden können, ist der Verbreitungsgrad sehr hoch. Zudem sind die Schweißgeräte kompakt und relativ leicht und können aufgrund dessen fast an jeder beliebigen Stelle zum Einsatz kommen.

Metall-Inert-Gas-Schweißen (MIG-Schweißen, Prozess 131)

Umgangssprachlich nennt sich das Verfahren auch MIG-Schweißen. Es gehört zu der Gruppe der Metallschutzgas-Schweißverfahren (MSG). Bei diesem Schweißverfahren werden inerte Gase als Schweißbadsicherung eingesetzt. Diese sollen den Lichtbogen vor der oxydierenden Einwirkung des Luftsauerstoffes schützen. Als Schweißelektrode wird ein Draht kontinuierlich in das Schweißbad gefördert. Das Verfahren wird beim Verbinden von Nichteisenmetallen (NE-Metall), z. B. beim Aluminium-Schweißen, eingesetzt.

Wolfram-Inert-Gas-Schweißen (WIG-Schweißen, Prozess 141)

Viele kennen das Verfahren auch als WIG-Schweißen. Es gehört zu der Gruppe der Metallschutzgas-Schweißverfahren (MSG). Ein großer Vorteil des Wolfram-Inert-Gas-Schweißens ist, dass es praktisch keine Schweißspritzer gibt und die Schweißrauch- und Wärmeentwicklung gering sind. Somit gibt es in der Regel nur einen geringen Nachbearbeitungsbedarf, die Gesundheitsgefahren sind geringer und aufgrund der geringen Wärmeentwicklung ist auch die Gefahr des Schweißverzugs niedriger als bei anderen Verfahren. Zudem wird beim WIG-Schweißen nicht mit einer abschmelzenden Elektrode gearbeitet, vielmehr führt der Schweißer den Schweißzusatz von Hand zu. Daher ist das Verfahren insbesondere auch für Wurzellagen oder zum Schweißen in Zwangslagen geeignet.

Metall-Aktiv-Gas-Schweißen (MAG-Schweißen, Prozess 135)

Das MAG-Schweißen gehört zu der Gruppe der Metallschutzgas-Schweißverfahren (MSG). Beim Metall-Aktiv-Gas-Schweißen werden aktive Gase mit oxidierender oder reduzierender Wirkung als Schweißbadsicherung verwendet. Als Schweißelektrode verwendet der Schweißer einen Draht, den er kontinuierlich in das Schweißbad fördert. MAG-Schweißen kommt immer dann zum Einsatz, wenn es darum geht, große Mengen an Schweißgut schnell, sicher und ohne großen Nacharbeitungsbedarf einzubringen. Deshalb ist das MAG-Schweißen in Kleinst- und Großbetrieben fester Bestandteil der Schweißtechnik.

Gasschmelzschweißen (Autogenschweißen, Prozess 311)

Dieses Verfahren dient überwiegend dazu, Rohre miteinander zu verbinden. Der problemlose Einsatz der Technik in Zwangslagen und eine hohe Spaltüberbrückbarkeit machen das Gasschmelzschweißen zu einem nach wie vor viel genutzten Verfahren in den Bereichen Rohrleitung-, Kessel- und Apparatebau sowie in der Heizungs- und Lüftungstechnik.

Ein Schweißkurs umfasst folgende Inhalte:

  • Schweißgeräte, Schweißgase und Schweißzusätze
  • Arbeitstechniken, Schweißnahtvorbereitung und -darstellung
  • Arbeitssicherheit und Unfallverhütung − auch auf Baustellen
  • Schrumpfung, Spannung sowie Verzug und Gegenmaßnahmen
  • Werkstoffkunde
  • Herstellen von Rohren und Schweißstößen an Rohren
  • Qualitätssicherung in der Schweißtechnik
  • Schweißnahtfehler und Schweißnahtprüfverfahren
  • Thermisches Trennen Schweißprüfung nach DIN EN 287-1 bzw. DIN EN ISO 9606


Schweißen – Qualifizierung zur Schweißer/-in

Unter diesem Titel bietet die DEKRA Akademie einen modular aufgebauten Schweißkurs an, der sich an Personen richtet, die Erfahrungen aus dem Metallbereich mitbringen, sich für Schweißtechnik interessieren und eine entsprechende Eignung für diese Tätigkeit aufweisen. Hierzu benötigen die Teilnehmenden einen Hauptschulabschluss. Ebenfalls von Vorteil ist eine Ausbildung und/oder Berufspraxis im Metallbereich. Für die Teilnahme am Kurs bedarf es zudem eines Vertrages zwischen der DEKRA Akademie und dem jeweiligen Kostenträger.

Die Qualifizierung dauert, abhängig vom individuellen Bedarf, den vorhandenen Vorkenntnissen und dem gewünschten Qualifizierungsziel bis zu neun Monaten und umfasst die oben genannten Inhalte und Schweißverfahren. Am Ende des Schweißkurses erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat der DEKRA Akademie


Eignungsfeststellung Schweißen

Für Personen, die das Schweißen lernen wollen oder Interesse an neuen Schweißverfahren haben, sich aber nicht sicher sind, ob dies Ihren Neigungen und Fähigkeiten entspricht, bietet die DEKRA Akademie mit der „Eignungsfeststellung Schweißen“ die passende Lösung. Innerhalb von zwei Wochen analysieren die DEKRA Experten, wo die Stärken und Schwächen der Teilnehmenden liegen und wie diese ihre Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten entsprechend vertiefen und erweitern können. Die Inhalte der Eignungsfeststellung sind:

  • Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit in der Werkstatt
  • Theoretische und praktische Einführung in die verschiedenen Schweißverfahren
  • Einweisung in Werkzeuge, Werkstoffe und Schweißgeräte
  • Praktische Übungen und Erprobung der Handfertigkeiten beim E-Hand Schweißen, MAG- und WIG-Schweißen

Fortbildungsveranstaltungen für Schweißer und Schweißerfachbetriebe

Zum Angebot der DEKRA Akademie gehört zudem auch eine Reihe Fortbildungsveranstaltungen. Mit diesen können Schweißerfachkräfte ihre Kenntnisse auf den neusten Stand bringen. Auch vermitteln ihnen die Kurse die neusten Rechtsnormen und Verordnungen.

Neuerungen beim Schweißen 2014 — DIN EN 1090 ersetzt die DIN 18

Nach der Einführung der ISO 9606-1 Norm und der Ablösung der Herstellerqualifikation für Metall- und Stahlbaubetriebe trat am 01.Juli 2013 die neue Bauproduktenverordnung (EU) Nr. 305/2011 (BauPVO) in Europa in Kraft. Damit löst die DIN EN 1090 die Herstellerqualifikation für Metall- und Stahlbaubetriebe DIN 18 800-Teil 7 ab. Um tragende metallische Bauprodukte auf dem europäischen Binnenmarkt in Verkehr zu bringen, besteht damit seit Juli 2014 auch eine CE-Kennzeichnungspflicht. In diesem eintägigen Seminar erfahren die Teilnehmenden, was diese Änderungen für den Schweißer und den Schweißfachbetrieb bedeuten. Das Seminar endet mit einer Teilnahmebestätigung der DEKRA Akademie.


DIN EN 1090 – Workshop zur Umsetzung

Die Kennzeichnung von Produkten mit dem CE-Zeichen nach der europäischen Bauprodukteverordnung (EU) 305/2011 ist für Betriebe, die tragende Bauteile aus Stahl und Aluminium herstellen, seit dem 1. Juli 2014 verpflichtend. Die Unternehmen müssen demnach eine werkseigene Produktionskontrolle (WPK) einführen und sich nach der harmonisierten Norm DIN EN 1090-1 zertifizieren lassen. In diesem eineinhalbtägigen Workshop werden die Umsetzungsmöglichkeiten für die Einführung einer WPK und Zertifizierung nach DIN EN1090 aufgezeigt. Die Teilnehmenden erhalten nach Abschluss des Workshops ein Zertifikat der DEKRA Akademie.

Weiterbildungsangebote und Informationen

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