Aufbereitung von Medizinprodukten im Gesundheitswesen

Kontaminierte Medizinprodukte können die Quelle von Infektionen beim Menschen sein. Darauf weist die Empfehlung zu den Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten hin. Diese wurde von der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert Koch-Instituts erstellt.

Die rechtliche Grundlage zur Aufbereitung von bestimmungsgemäß keimarm oder steril zur Anwendung kommenden Medizinprodukte regelt das Medizinproduktegesetz. Das Gesetz umfasst ebenso die Reinigung, Desinfektion und Sterilisation von Medizinprodukten, die zur erneuten Anwendung vorgesehen sind. Auch die damit zusammenhängenden Arbeitsschritte sowie die Prüfung und Wiederherstellung der technisch-funktionellen Sicherheit sind im Medizinproduktegesetz konkretisiert.

Demnach muss die Aufbereitung kontaminierter Medizinprodukte im Kontext der Rückverfolgbarkeit manueller und maschineller Prozesse nachvollziehbar gewährleistet werden. Die Sicherheit und Gesundheit von Patienten, Anwendern und Dritten darf nicht gefährdet werden. Zudem muss sichergestellt sein, dass von diesen Medizinprodukten bei der nachfolgenden Anwendung am Patienten keine Gefahren ausgehen. Insbesondere muss

  • Infektionen,
  • pyrogenbedingten, allergischen und toxischen Reaktionen
  • sowie veränderten technisch-funktionellen Eigenschaften
vorgebeugt werden. Um diese Gefahren auszuschließen bedarf es eines hohen Wissensstandes und einer entsprechenden Ausbildung des Personals im Bereich der Aufbereitung von Medizinprodukten. Die Verantwortung dafür liegt grundsätzlich beim Betreiber, in der Regel ist dies die ärztliche Leitung.

Dabei muss die jeweils zuständige Person aufgrund ihrer Position und Qualifikation auch tatsächlich diese Aufgaben erfüllen können. Dafür sind regelmäßige Unterweisungen und Fortbildungen wichtig. Denn nicht der Nachweis der Sachkunde ist entscheidend, sondern die praktische Umsetzung des darin Erlernten.

Diese Kenntnisse, Kompetenzen, Qualifikationen, sowie Ausbildungs-, Weiterbildungs-, und Fortbildungsstand des Personals lassen sich als personelle Ressourcen subsumieren. Diese sind unabdingbar für eine gefahrlose Umsetzung der Medizinprodukte-Aufbereitung.

Die DEKRA Akademie Healthcare and Medical bietet ein prozessorientiertes Weiterbildungsangebot im Themenbereich der Aufbereitung von Medizinprodukten. Durch diese Fortbildungen unterstützt die DEKRA Akademie Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser bei der Umsetzung zwingend wichtiger Maßnahmen zum technischen Sicherheitsmanagement und der Infektionshygiene.

Rechtliche Grundlagen

Die Fortbildungen der DEKRA Akademie Healthcare and Medical im Bereich der Aufbereitung von Medizinprodukten basieren auf dem Medizinproduktegesetz und der Medizinprodukte-Betreiberverordnung. Letztere weist deutlich darauf hin, dass aktuelle Kenntnisse aufgrund einer geeigneten Ausbildung und einer einschlägigen beruflichen Tätigkeit unbedingt notwendig sind. Gerade dann, wenn besondere Anforderungen zur Aufbereitung von Medizinprodukten vorausgesetzt werden. Aus diesem Grund kann eine Tätigkeit im Bereich der Medizinprodukteaufbereitung nur von demjenigen durchgeführt werden, der eben eine solche Schulung absolviert hat.

Neben dem fachlichen Kenntnisstand sind noch weitere Faktoren relevant, um mit der Aufbereitung von Medizinprodukten beauftragt werden zu können.

  • Hinsichtlich der fachlichen Beurteilung darf die Person keiner Weisung unterliegen.
  • Die Person muss zudem über die Mittel, insbesondere Räume, Geräte und sonstige Arbeitsmittel verfügen. Darunter fallen auch geeignete Mess- und Prüfeinrichtungen, die erforderlich sind, um die jeweilige Tätigkeit ordnungsgemäß und nachvollziehbar durchzuführen.

Inhalte der Schulungen

Die Weiterbildungen zur Aufbereitung von Medizinprodukten der DEKRA Akademie behandeln je nach Wissensstand und Zielgruppe einige der folgenden Themen:

  • Übersicht über gesetzliche und normative Grundlagen für die Medizinprodukte-Aufbereitung
  • Grundlagen Epidemiologie und Mikrobiologie
  • Einführung in die Grundlagen der Hygiene
  • Qualitätsmanagement
  • Aufbereitung von Medizinprodukten im Güterkreislauf

Zielgruppe

Die Fortbildungen richten sich an Mitarbeiter aus Einrichtungen des Gesundheitswesens. Darunter fallen beispielsweise:

  • Medizinische Fachangestellte/Arzthelfer, Ärzte in medizinischen oder zahnmedizinischen Praxen
  • Podologen
  • Mitarbeiter in Pflegediensten und stationären Pflegeeinrichtungen
die mit der Aufbereitung von Medizinprodukten betraut sind. Auch Mitarbeiter für Sterilgutversorgungen, Arbeitssuchende, die eine Tätigkeit in der Aufbereitung von Medizinprodukten anstreben oder Schichtleiter bzw. stellvertretende Leiter aus kleinen Abteilungen finden adressatengerechte Weiterbildungen.

Seminare

  • Sachkenntnis: Medizinprodukteaufbereitung (DEKRA) – Basiskurs
  • Sachkunde: Medizinprodukteaufbereitung in der ärztlichen und zahnärztlichen Praxis (DGSV)
  • Sachkunde: Medizinprodukteaufbereitung – Ergänzungskurs (DGSV)
  • Technische/-r Sterilisationsassistent/-in – Fachkundelehrgang I
  • Technische/-r Sterilisationsassistent/-in mit erweiterten Aufgaben – Fachkundelehrgang II

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