Gefahrgut-Transport: Mitarbeiterschulung gemäß ADR 1.3

Gefahrgut sind – wie der Name schon sagt – gefährliche Stoffe und Gegenstände. Bei unsachgemäßem Transport kann es zu schweren Personenschäden kommen. Entsprechend vorsichtig muss man beim Gefahrgut-Transport vorgehen. Wer Gefahrgut transportiert, hat also eine große Verantwortung und muss sich mit den entsprechenden Sicherheitsvorschriften optimal auskennen. Das fängt schon bei der korrekten Gefahrgutkennzeichnung und -behandlung, beispielsweise beim Be- und Entladen, an.

Nicht nur die Fahrer, sondern sämtliche Mitarbeiter, die mit Gefahrgut zu tun haben, müssen ausreichend geschult sein. Die DEKRA Akademie bietet eine Gefahrgut-Mitarbeiterschulung gemäß 1.3 ADR für den Straßenverkehr an. Die Termine finden Sie hier. Gerade für Transportunternehmen ist das Thema sehr interessant. Die Schulung richtet sich an alle Mitarbeiter, die mit Gefahrgut umgehen oder zu deren Verantwortungsbereich Gefahrgüter gehören. Sie müssen in ihren Aufgaben unterwiesen werden und die relevanten Gefahrgut-Vorschriften kennen. Auch müssen sie mit den Sicherheitsvorkehrungen, möglichen Gefahren und Risiken sowie mit den Notfallmaßnahmen vertraut sein.

Damit ist die Gefahrgut-Mitarbeiterschulung abzugrenzen vom ADR-Schein für Gefahrgutfahrer. Dieser Schein richtet sich ausschließlich an Fahrer, die Gefahrgut transportieren. Laut Gefahrgutrecht für den Straßentransport müssen Fahrzeugführer geschult werden. Der ADR-Schein ist also Pflicht für alle Gefahrgutfahrer ab bestimmten Mengen. Mehr Informationen dazu finden Sie im Abschnitt über die Voraussetzungen für die Schulung.


ADR 1.3 und ADR 8.2.3: Rechtliche Grundlagen

Das ADR ist das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße. Die Abkürzung ADR bezieht sich dabei auf den französischen Titel des Abkommens: Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route. In unserer Inhouse-Schulung werden vor allem folgende zwei Kapitel des Übereinkommens behandelt:

  • ADR 1.3: Unterweisung von Personen, die an der Beförderung gefährlicher Güter beteiligt sind.
  • ADR 8.2.3: Unterweisung aller an der Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße beteiligten Personen mit Ausnahme der Fahrzeugführer, die im Besitz einer Bescheinigung gemäß Abschnitt 8.2.1 sind. Es gibt bestimmte Fälle, bei denen zwar Gefahrgut transportiert, der Fahrer jedoch nicht nach 8.2 ADR geschult sein muss. In diesen Fällen wird Kapitel 1.3 ADR relevant, welches in der Schulung umfassend bearbeitet wird. Die Fahrer sind auf dieser Grundlage dem sonstigen Personal zuzurechnen. Dieses Personal muss in bestimmter Weise geschult ("unterwiesen") sein – seinen Aufgaben entsprechend.


Transport von Gefahrgut: Die Inhalte der Schulung

Von der Ladungssicherung bis zur Gefahrgut-Kennzeichnung: Die Schulung der DEKRA Akademie deckt alle wichtigen Themen ab. Viele Leute fragen sich beispielsweise:

  • Welche Bedeutung haben orangefarbene Warntafeln an einem Fahrzeug?
  • Welche Gefahrgutklassen müssen wie gekennzeichnet werden? Dafür gibt es ganz spezielle Gefahrgutzeichen und Gefahrguttafeln.
Dafür gibt es spezielle Gefahrkennzeichen.

Im Folgenden finden Sie die vollständige Liste der Schulungsinhalte:

  • Allgemeine Vorschriften (Gefahrgutbeförderungsgesetz, GGVSEB/ADR)
  • Allgemeine Gefahreneigenschaften (Gefahrklassen)
  • Dokumentation (Begleitpapiere)
  • Fahrzeug- und Beförderungsarten
  • Umschließungen, Ausrüstung
  • Kennzeichnung, Bezettelung und orangefarbene Warntafeln
  • Durchführung der Beförderung (Be- und Entladen etc.)
  • Pflichten und Verantwortlichkeiten, Sanktionen
  • Maßnahmen nach Unfällen / Zwischenfällen
Erfahren Sie alles, was Sie zum Thema Gefahrguttransport wissen müssen!

Voraussetzungen

Die Schulung für den sachgemäßen Transport von Gefahrstoffen richtet sich vor allem an folgende drei Personengruppen:

  • Fahrer von Fahrzeugen, mit denen gefährliche Güter in Mengen befördert werden, die nach der höchstzulässigen Gesamtmenge je Beförderungseinheit einen Verzicht auf die ADR-Bescheinigung erlauben.
  • Fahrer von Fahrzeugen, mit denen Beförderungen durchgeführt werden, die die Freistellungen in Zusammenhang mit der Beförderung von in begrenzten Mengen verpackten gefährlichen Gütern nutzen.
  • Alle sonstigen Mitarbeiter, die am Transport gefährlicher Güter beteiligt sind oder zukünftig diese Aufgabe wahrnehmen sollen (Versender, Verpacker, Verlader).
Voraussetzung für die Teilnahme an der Mitarbeiterschulung ist lediglich die Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift.

Abschluss

Zum Abschluss der Schulung erhalten Sie eine Teilnahmebestätigung der DEKRA Akademie. Im Falle von Änderungen der Gefahrgutvorschriften sollte eine Auffrischungsschulung erfolgen.

Hinweise

Gegebenenfalls ist eine Förderung der Weiterbildung über das Bundesamt für Güterverkehr möglich. Die förderfähigen Maßnahmen sind in einer Anlage zur Richtlinie aufgeführt (www.bag.bund.de). In Form von bestimmten Lehrgängen, Seminaren und Schulungen werden gefördert:

  • Betriebliche Ausbildungsverhältnisse zum Berufskraftfahrer
  • Allgemeine Weiterbildungsmaßnahmen von Beschäftigten in Unternehmen des Güterkraftverkehrs mit schweren Nutzfahrzeugen. Hierfür werden Zuschüsse von bis zu 70 % (KMU) oder 60 % (übrige Unternehmen) für zuwendungsfähige Kosten gewährt.
Bevor Sie buchen, informieren Sie sich bitte unter www.bag.bund.de!

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Rufen Sie uns an unter Tel.: +49.711.7861-3939 oder nutzen Sie das Kontaktformular.

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