Fragen & Antworten zum Sicherheitsbeauftragten

Was ist ein Sicherheitsbeauftragter?

Ein Sicherheitsbeauftragter ist eine Person innerhalb eines Unternehmens oder einer Organisation, die die Sicherheit überwachen soll. Ihr wird die Beobachtung und Überwachung der Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz übertragen. Verschiedene Arbeitsbereiche wie beispielsweise Informationssicherheit oder Herstellung von Medizinprodukten benötigen einen Sicherheitsbeauftragten. Die Funktion und Aufgaben unterscheiden sich hierbei je nach Bereich und gesetzlichen Vorschriften.

Generell gilt, ab 21 Mitarbeitern in einem Unternehmen ist eine Bestellung des Sicherheitsbeauftragten Pflicht. Da ein Sicherheitsbeauftragter im besten Fall seine Kollegen persönlich kennen sollte, ist eine Bestellung mehrerer Personen in größeren Betrieben empfehlenswert. Auch die Anzahl potenzieller Unfall- und Gesundheitsgefahren kann Aufschluss über die Anzahl der benötigten Sicherheitsbeauftragten geben.

Für die Übernahme der Aufgaben eines Sicherheitsbeauftragten wird keine extra Entlohnung fällig. Die Tätigkeit wird somit ehrenamtlich übernommen, bzw. mit dem bestehenden Lohn entgolten. Im Idealfall sollte ein Sicherheitsbeauftragter keine Führungskraft sein.

Was sind die Pflichten eines Sicherheitsbeauftragten?

Zu den Pflichten eines Sicherheitsbeauftragten gehört die Unterstützung eines Unternehmens bei der Vorbeugung von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Sicherstellung und Gewährleistung der ordnungsgemäßen Nutzung von Schutzkleidung sowie Schutzeinrichtungen. Er trägt somit Verantwortung für die Aufklärung über Unfall- und Gesundheitsgefahren.
Die Pflichten eines Sicherheitsbeauftragten sind im Einzelnen:

  • Überprüfung und Instandhaltung von Schutzeinrichtungen
  • Überwachung der sachgemäßen Benutzung von Schutzeinrichtungen
  • Kontrolle des Zustandes von persönlichen Schutzausrüstungen
  • Erkennen einer nicht sachgemäßen Benutzung oder einer Nicht-Benutzung von Schutzausrüstungen
  • Meldung von Sicherheitsmängeln beim Vorgesetzten
  • Aufklärung der Mitarbeiter über den sicheren Umgang mit Maschinen und Arbeitsstoffen
  • Patenschaft für neue Mitarbeiter, Einführung in sicherheitsrelevante Vorschriften
  • Teilnahme an Betriebsbegehungen und Untersuchungen von Unfall- und Berufskrankheiten
Der Sicherheitsbeauftragte besitzt dabei jedoch keine Weisungsbefugnis, sondern tritt als Berater auf. Er soll von Kollege zu Kollege unterstützen und ist erste Anlaufstelle für Fragen des Arbeitsschutzes.

Wer kann Sicherheitsbeauftragter werden?

Für die Übernahme einer Position des Sicherheitsbeauftragten ist eine Erstschulung gesetzlich vorgeschrieben. Dies regelt die Rechtsgrundlage nach § 22 "Sicherheitsbeauftragte" des SGB VII (Siebtes Buch Sozialgesetzbuch) und der § 20 "Sicherheitsbeauftragte" der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention“.

Die Aufgaben werden nach der DGUV Regel 100-001, bisher BGR A1, gesetzlich festgeschrieben. Hierin heißt es zudem, dass ein Sicherheitsbeauftragter neben einer umfänglichen Information durch die Betriebsleitung, Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Betriebsarzt auch eine regelmäßige Weiterbildung erhält. Ohne die darin erworbenen Kenntnisse kann ein Sicherheitsbeauftragter demnach seine Aufgaben nicht sachgerecht und vollständig erfüllen.

Dies zeigt auf, dass eine Mindestqualifikation für die Position als Sicherheitsbeauftragter vorliegen muss. In den satzungsrechtlichen Vorschriften des Unfallversicherungsträgers, also der Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse, werden diese Voraussetzungen detaillierter aufgeführt.

In der Erstschulung zum Sicherheitsbeauftragten der DEKRA Akademie werden diese Anforderungen thematisiert und die Mindestanforderungen somit erfüllt. Die entsprechenden Seminare finden Sie in der Übersicht.

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