DEKRA Aviation Tage 2017

DEKRA Aviation Tage 2017

Zu unseren nunmehr 8. DEKRA Aviation Tagen hatten wir in der Zeit vom 19.06. – 22.06.2017 in das wunderschön gelegene Radebeul bei Dresden eingeladen. 4 Tage geballter Fachkompetenz haben uns durch die Themen Aviation Safety, Aviation Security sowie Gefahrgut begleitet.

Eröffnet wurde Tag 1 durch verschiedenste Themen aus dem Bereich Aviation Safety, moderiert durch Herrn Prof. Thilo Schmidt vom Bundesverband für Luftsicherheit, FASAG e.V.:

Herr Dr. med. Jörg Siedenburg, AeroMedical Center/Flugmedizinisches Zentrum München Deutsche Lufthansa AG fokussierte auf die Bedeutung von Mental Health für fliegendes Personal. Die kommerzielle Luftfahrt ist zwar eines der sichersten Verkehrssysteme, dennoch gilt es, die Flugsicherheit weiter zu optimieren. Dazu zählt sicherlich auch die flugmedizinische Tauglichkeitsuntersuchung, insbesondere eine Optimierung der Kenntnisse in psychischer Gesundheit bei Flugmedizinern, Schaffung von Anlaufstellen für Piloten, Alkohol- und Drogentests zu verschiedenen Gelegenheiten sowie Diskussionen über die Abwägung zwischen ärztlicher Schweigepflicht und öffentlicher Sicherheit.

Herr Thomas Frischknecht, 2assistU GmbH, berichtete anschließend über die Notwendigkeit eines Krisen- und Notfallmanagements in der Luftfahrt. Während durch die Implementierung eines Notfallmanagements die Handlungsfähigkeit eines Systems wiederhergestellt werden soll, hat das Krisenmanagement zum Ziel, die Entscheidungsfähigkeit des Systems sicherzustellen. Das Erfassen und Bewerten von Krisen spielen dabei eine bedeutsame Rolle.

Nach der Mittagspause führte uns Herr Carsten Konzock vom Luftfahrt-Bundesamt die Regeln für den Betrieb von unbemannten Luftfahrzeugen in Gegenwart und Zukunft vor Augen. Er verdeutlichte uns die Zertifizierungsnotwendigkeit von Drohnen und deren Piloten, bevor anschließend Herr Stefan Schneider gemeinsam mit Herrn Markus Pascual-König, DEKRA Aviation Services, die Business-Aviation zum Thema machten: Luxus oder Effizienz? Elitär oder notwendig? Die Abwägung von Pro und Contra der Werkflugdienste ließ keine Argumente unberücksichtigt und zeigte, warum manchmal doch der „Luxus-Schein“ trügt.

Nach der Kaffeepause folgte Herr Dr. Gerhard Fahnenbruck von der Stiftung Mayday mit einem überaus beeindruckenden Vortrag zum Thema Critical Incident Stress Management - wie Unfälle die Luftfahrt resilienter machen und gewährte uns einen Einblick in die Arbeit und den damit verbundenen Erfolg der Stiftung.

Abgerundet wurde der Themenkomplex Aviation Safety durch einen Vortrag von Herrn Christian Rode, Jetpilot und Keynote Speaker, welcher das Fighter Pilot Risk Management zum Gegenstand hatte. Als langjähriger Jetpilot zeigten seine praxisnahen Beispiele, welche Bedeutung einem Fighter Pilot Risk Management beizumessen ist.

An den beiden folgenden Tagen durften wir zahlreiche namhafte Vertreter aus Behörde, Politik und Wirtschaft als Referenten begrüßen.

Einleitend versorgte Frau Birgit Loga, Luftfahrt-Bundesamt, unsere Gäste mit den aktuellsten Zahlen rund um die sichere Lieferkette und gab einen Ausblick über die zukünftigen Schwerpunkte der Arbeit der Abteilung S (Luftsicherheit).

Herr Klaus-Peter Willsch, Mitglied des Deutschen Bundestages, folgte mit einer Einschätzung der Bedrohungslage in der Luftsicherheit: Herr Willsch erläuterte, wie sich das Thema Luftsicherheit aus Sicht der Politik in den letzten Jahren entwickelt hat und wie diese Änderungen entsprechend in das Luftsicherheitsgesetz eingeflossen sind.

Herr Norbert Barthle, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, ergänzte die Ausführungen von Herrn Willsch aus Sicht des BMVI und schloss seinen Vortrag mit einigen provokanten Thesen zu Vielfliegern ab, die ihre Wirkung beim Publikum nicht verfehlten.

Die Sicherheitslücke Mensch wurde aus zweierlei Hinsicht betrachtet:

Die innere Bedrohung! Theorie: Herr Gordian Meyer-Plath, Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz Sachsen, hat als gelernter Historiker einen guten Einblick in die Bedrohung der Sicherheit vermittelt, die größtenteils eher durch Unwissenheit und Sorglosigkeit im Umgang mit Daten durch jeden Einzelnen entsteht, als durch großangelegte Ausspähungen. Die Frage nach der Bedrohung durch die E-Zigarette blieb leider offen im Raum.

Die innere Bedrohung! Praxis wurde durch Herrn Ernst G. Walter, DPolG Bundespolizeigewerkschaft Bundesgeschäftsstelle Berlin, erörtert. Herr Walter hat in seinem Vortrag die Bedrohung der Sicherheit aus der Sicht der Bundespolizei beschrieben und am Ende das Dilemma zwischen den beiden Polen Wirtschaftlichkeit vs. Luftsicherheit aufgezeigt.

Aus der Praxis berichtete Frau Jana Baschin, Fraport AG, über Qualitätssicherungs-maßnahmen eines Flughafenbetreibers. Frau Baschin stellte die Herausforderungen eines Flughafenbetreibers vor, konstant die gesetzlichen Verpflichtungen gemäß § 8 LuftSiG auf einem hohen Niveau aufrecht zu erhalten, zu überwachen und zu verbessern.

Herr Reinhard Lahmer, fester Bestandteil der DEKRA Aviation Tage, brachte dem Podium den Terror in einer neuen Dimension sowie die Entstehung und Entwicklung näher. In seiner unnachahmlichen Art Vorträge zu halten, hat er alle Teilnehmenden in seinen Bann gezogen und sehr einprägsam über die Gefahren des Terrorismus aufgeklärt.

Es folgte Herr Georg Fongern von der Vereinigung Cockpit e.V. mit einer Gegenüberstellung Drohne vs. Security: Herr Fongern hat aus der Sicht eines langjährigen Piloten dem Publikum verdeutlicht, wie stark Drohnen einen Einfluss auf Luftfahrzeuge haben können und wie wenig Zeit ein Pilot hat auf eine solche Bedrohung durch ein Ausweichmanöver zu reagieren.

Auf einen kleinen thematischen Ausflug lud Herr Jürgen Stephan, Stephan-Training UG, die Gäste mit der Mimik in der Sicherheit und Personalführung ein: Herr Stephan hat mit einem sehr launigen Vortrag mit bayerischem Akzent das Publikum in die Geheimnisse der Mimik entführt und Ansätze aufgezeigt, welche Rückschlüsse für den Arbeitsalltag aus der Mimik eines Gegenübers gezogen werden können.

Das neue Luftsicherheitsgesetz war Gegenstand des Vortrages von Frau Annette Wiedemann, Leiterin DEKRA Aviation Services. Frau Wiedemann stellte das neue Luftsicherheitsgesetz mit den wichtigsten Änderungen vor und verdeutlichte den Zuhörern auch, welche Verpflichtungen sich aus dem geänderten Gesetz für alle Beteiligten ergeben.

Durch Herrn Dr. Jürgen Schrauf, JES-Strahlenschutz, wurden uns die Pflichten und Verantwortlichkeiten eines Strahlenschutzbeauftragten näher gebracht. Deutlich wurden die Verpflichtungen im Umgang mit Röntgengeräten und Sprengstoffspurendetektoren mit den jeweiligen Rechtsgrundlagen, der Röntgenverordnung und der Strahlenschutzverordnung.

Herr Görgen, WISAG Militärische Einrichtungen GmbH, hat mit seinem Vortrag „Hunde in der Kontrolle – REST-Verfahren als sinnvolle Ergänzung?“ zu einem gelungenen Abschluss der Security-Tage beigetragen und die Grenzen von Kontrollen mit Sprengstoffspürhunden aufgezeigt.

An Tag 4 stand Gefahrgut im Mittelpunkt:

Nach kurzfristiger Themenumstellung hat Frau Eva-Maria Meyer, Klinikum Region Hannover, den Gefahrguttag eröffnet. Ihr Vortrag machte darauf aufmerksam, wie die Gefahrgutvorschriften in Bezug auf Patientenproben im Klinikalltag und in Arztpraxen umsetzbar sind. Welche Schwierigkeiten sich daraus ergeben und welche Herausforderung es bedeutet, verantwortungsbewusst und mit einem gewissen Augenmaß den Schulungsbedarf der Mitarbeiter zu ermitteln und umzusetzen und damit das Verständnis aller Beteiligter zu fördern und zu sensibilisieren.

Frau Sylvia Gadomski, AVIATICS GmbH & Co. KG, referierte über den Luftversand infektiöser Materialien: Welche Gefahr geht von infektiösen Materialien aus? Was sind Viren und Bakterien? Sie hat uns sehr anschaulich die Transportwege und Möglichkeiten im Luftverkehr für die Beförderung von infektiösen Stoffen vorgetragen und gezeigt, wie eine sichere Beförderung per Luftfracht gewährleistet werden kann.

Einen Überblick über die zu beachtenden Regelungen bei der Lagerung gefährlicher Stoffe gab uns Herr Prof. Dr. Norbert Müller, DB Schenker AG. In sehr anschaulicher Weise vermittelte Herr Prof. Dr. Müller die Notwendigkeit der vorschriftenkonformen Lagerung von gefährlichen Gütern in Unternehmen. Dabei gewährte er uns auch einen Einblick in seine langjährige Erfahrung und legte beeindruckend anhand von Zwischenfällen und Unfällen dar, welche Gefahren aus Missachtung von Lagerrichtlinien resultierenden können.

Herr Dipl.-Ing. Jörg Roth, Verband der Chemischen Industrie e.V., folgte mit aktuellen Entwicklungen zur Transportsicherheit von Gefahrgütern. Der weltweite Handel schreitet voran und das Transportaufkommen von gefährlichen Güter steigt entsprechend. Sein Überblick über die Entwicklung der Transportsicherheit von gefährlichen Güter aus Sicht der chemischen Industrie war höchst interessant. Am Beispiel der Beförderung von See-Containern zeigte er anschaulich, wie ein sicherer Transport gewährleistet werden kann und welche Pflichten innerhalb der Transportkette umgesetzt werden müssen. Auch ging er auf das Erfordernis zur Einführung und Umsetzung des elektronischen Beförderungspapieres ein, diskutierte mit den Gästen das Für & Wieder diskutiert und sprach die damit zusammenhängenden Ängste der Industrie an.

(Gefahr)Gut? Dieser Frage widmete sich Herr Dr. rer. nat. Sebastian Schmiechen, DEKRA Automobil GmbH. Oft besteht Unsicherheit bei den Anwendern, ob etwas als Gefahrgut eingestuft wird oder nicht. Dr. Schmiechen entführte uns in die Welt des Laboralltages und verdeutlichte anhand von Beispielen die Einstufung von gefährlichen Gütern durch chemische und physikalischen Versuche.

Da uns das Wetter in diesem Jahr treu war, stand unserem Rahmenprogramm nichts im Wege. Neben der Möglichkeit, sich im Innenhof des Hotels als Drohnenpilot zu beweisen, entführten wir die Gäste der diesjährigen DEKRA Aviation Tage am 2. Veranstaltungstag in die Radebeuler Weinwelt. Nach einem erfrischenden Sektempfang und kleinem Imbiss wurden wir bei einem Rundgang auf Schloss Wackerbarth in die Kunst des Weinanbaus eigeführt. Die abschließende Verköstigung dreier ausgewählter Weine brachte uns die Nuancen der verschiedenen Trauben nahe.

Kulinarisch endete Tag 2 mit einem leckeren Grillbuffet. Unterhalten wurden wir dabei von Herrn Mario Wilson, der mit seinen Künsten unsere Gäste verzauberte.

Wir möchten allen Referenten, Beteiligten, Gästen und Geschäftspartnern für diese 4 wundervollen Tage danken und freuen uns auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr!

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