2019 Arbeitsmarktreport

DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2019

In vielen Branchen blicken Unternehmen nicht mehr ganz so optimistisch in die Zukunft, wie noch vor einem Jahr. Dies machte sich in den ersten Monaten des Jahres am Arbeitsmarkt jedoch noch kaum bemerkbar. Arbeitgeber müssen in vielen Bereichen Lücken in der Belegschaft schließen, zeigt der DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2019. Der Anteil von Jobangeboten in den Tätigkeitsfeldern Vertrieb, Lagerlogistik sowie im Gastgewerbe hat besonders zugelegt, so die Analyse des Stellenmarktes. Bei den zehn am häufigsten gesuchten Berufen sind Verschiebungen zu beobachten: Während Elektroniker, Softwareentwickler sowie Gesundheits- und Krankpfleger sich auf den ersten drei Plätzen halten, haben sich Ingenieure erstmals aus den Top Ten verabschiedet. „Newcomer“ sind hingegen Altenpfleger und HR-Manager.

Für welche Tätigkeitsfelder suchen Arbeitgeber die meisten Fachkräfte und in welchen Bereichen entspannt sich die Nachfrage? Dieser Frage geht der DEKRA Arbeitsmarkt-Report seit 2008 in jedem Frühjahr nach. Die aktuelle Analyse beruht auf 13.745 Stellenangeboten.


Elektroniker vorne
Die Jobaussichten für Elektroniker bleiben bestens. Für Kandidaten mit dieser Ausbildung fanden sich in der Stichprobe die meisten Stellenangebote. Den Platz an der Spitze hatten sie 2016 schon einmal inne.


Datenspezialisten auf dem Vormarsch

Knapp jedes zehnte Gesuch richtet sich an Bewerber mit IT-Hintergrund. Hier bleibt vor allem die Nachfrage nach Softwareentwicklern hoch, sie befinden sich auf Platz 2 im Gesamtranking. Gut jedes dritte IT-Stellenangebot ist für Softwareentwickler und Programmierer ausgeschrieben (34,9 %). Außerdem haben Bewerber beste Chancen, die neben fundierten IT-Kenntnissen gleichermaßen ökonomische Zusammenhänge und Prozesse verstehen: Wirtschaftsinformatiker sind auf Position 13 im Gesamtranking vorgerückt und liegen damit so weit vorne wie nie (2018: Position 22). Mit den Data Analysts tritt am Stellenmarkt eine vergleichsweise neue Spezialisierung in Erscheinung. Sie gehören nun zu den fünf am häufigsten gesuchten IT-Professionals (5,3 %) – eine Position, die ihnen auch zukünftig sicher sein dürfte.


Altenpflegeeinrichtungen rekrutieren verstärkt

Gesundheits- und Krankenpfleger sind seit Erhebungsbeginn Dauergäste auf den vorderen Rängen. Bei den Altenpflegern ist das Gegenteil der Fall, sie zählen zu den zwei „Newcomern“ unter den Top-Ten-Berufen, obwohl es bereits seit Längerem bundesweit einen Mangel an Altenpflegern gibt. Sie befinden sich nun auf Rang 7. Zum Vergleich: Im Vorjahr belegten sie noch Rang 18. Eventuell hat dabei das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz mit eine Rolle gespielt, das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. Es finanziert zusätzliche Pflegekräfte in Altenpflegeeinrichtungen und Kliniken, um die Qualität in der Pflege zu verbessern.


Vertrieb, Lagerlogistik und Gastgewerbe mit Plus

Drei Tätigkeitsfelder verzeichneten in diesem Jahr einen kräftigen Anteilszuwachs. Am stärksten fiel er in der Vertriebs- und Verkaufsberatung aus, hier haben Arbeitgeber die meisten offenen Positionen ausgeschrieben. Fast jeder achte der gesuchten Fachkräfte ist später in diesem Bereich tätig (12,1 %). Neben den drei klassischen Vertriebsberufen unter den Top Ten sucht aktuell der Handel verstärkt Einzelhandelskaufleute.

Beflügelt vom boomenden Online-Handel und von immer ausgefeilteren Logistikkonzepten der Industrie benötigen Arbeitgeber viele Mitarbeiter für ihre Lagerlogistik. Sie gehört erstmals zu den fünf Tätigkeitsbereichen mit dem höchsten Anteil an den Jobangeboten der Stichprobe (6,7 %). Lager- und Transportarbeiter sind auf die achte Stelle im Gesamtranking vorgerückt. „Die Lagerlogistik bleibt trotz Automatisierung personalintensiv“, beobachtet Jörg Mannsperger, Geschäftsführer der DEKRA Akademie. „Dies bezieht sich auf unterschiedliche Qualifikationsebenen, wie die aktuelle Analyse zeigt, denn auch die Angebote für Kandidaten mit einer lagerspezifischen Ausbildung sind gestiegen.“

Ein Stellenplus gab es auch im Hotel- und Gastgewerbe: Service- und Empfangsmitarbeiter gehören zum ersten Mal seit 2012 wieder zu den zehn am häufigsten gesuchten Berufen. Parallel dazu profitierten auch die anderen Berufe der Branche von der guten Stimmung im Frühjahr. Vor allem bei Köchen gab es einen kräftigen Zuwachs (Position 18).


Ingenieure räumen das Feld

In diesem Jahr musste auch die letzte der klassischen Ingenieurdisziplinen aus den Top 10 weichen: Architekten und Bauingenieure, die zuletzt noch die zehnte Position innehatten, sind um zwei Plätze zurückgefallen. Aufgrund der guten Baukonjunktur haben sie jedoch weiterhin die größte Jobauswahl unter den Ingenieuren. Positionen für Elektroningenieure haben ihren Abwärtstrend durchbrochen und ihren Anteil an den Ingenieur-Stellenangeboten leicht verbessert. Jede vierte Offerte für Ingenieure richtet sich an sie (24,7 %). Im Gesamtranking verloren sie dennoch drei Plätze gegenüber dem Vorjahr (Platz 15). Die Fachrichtung Maschinen- und Fahrzeugbau, die letztes Jahr gleichauf mit den Elektroingenieuren lag, befindet sich nun auf Rang 20 der Stichprobe. Gut jede fünfte Position im Ingenieurwesen ist für diese Spezialisierung ausgeschrieben (21,7 %). Insgesamt scheint sich die Nachfrage nach Ingenieuren tendenziell zu entspannen.


Inhalte des DEKRA Arbeitsmarkt-Reports 2019:

Im Kernerhebungszeitraum vom 18. bis 24. Februar wurden Stellenanzeigen in elf deutschen Tageszeitungen, zwei Online-Jobbörsen und zwei sozialen Netzwerken ausgewertet. Der Report beinhaltet

  • einen Überblick über die Entwicklung der Berufe und Tätigkeitsfelder
  • eine vertiefende Analyse der Tätigkeit von Berufskraftfahrern
  • eine vertiefende Analyse der Tätigkeit von Softwareentwicklern
  • einen Exkurs zum Thema „Personalentwicklung im Handel“
  • Expertenkommentare


Der DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2019 kann kostenfrei per E-Mail unter angefordert, als PDF heruntergeladen oder als Blätterkatalog angesehen werden.

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