Förderung durch Bildungsurlaub

Bildungsurlaub

Die Arbeitswelt verändert sich ständig und mit zunehmender Geschwindigkeit. Arbeitnehmer müssen sich daher, auch mit zunehmenden Lebensalter, ständig weiterbilden um auf dem Laufenden zu bleiben. Der Staat fördert diese Weiterbildungen mit Bildungsurlaub. Das sind Tage an denen der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern freigeben muss, damit sich diese weiterbilden können.

Wer hat Anspruch auf Bildungsurlaub?

Es gibt auf Bundesebene kein einheitliches Gesetz, deshalb haben alle Bundesländer, außer Bayern und Sachsen, eigene Landesgesetze verabschiedet. Diese unterscheiden sich in Details, sind aber im Kern gleich. Nur wenn ein Seminar als Bildungsurlaub anerkannt ist haben die Arbeitnehmer ein Recht darauf. Durch die unterschiedlichen Gesetze kann ein Kurs also in einem Bundesland anerkannt sein und in einem anderen nicht.

Anspruch auf Bildungsurlaub haben nur Arbeitnehmer. Studenten, Hausfrauen und –männer oder Rentner haben keinen Anspruch. Für Auszubildende und Beamte gelten eigene Vorgaben. Diese dürfen grundsätzlich Bildungsurlaub in Anspruch nehmen, allerdings meistens beschränkt auf ihren Bereich und politische Bildung. In manchen Ländern sind Beamte, mit dem Hinweis auf eigene Weiterbildungsangebote, ausgeschlossen. Beamte können bei Bildungsanbietern nachfragen ob ggf. ein Antrag auf Anerkennung nach Beamtenrecht gestellt werden kann.

Welche Inhalte sind erlaubt?

Die Entscheidung was man als Arbeitnehmer im Bildungsurlaub lernen möchte ist weitgehend frei. Der Kurs muss aber im Arbeits-Bundesland als Maßnahme anerkannt sein.

Wie läuft die Anmeldung ab?

Anspruchsberechtigte in deren Bundesland es ein Bildungsurlaubsgesetz gibt können sich auf die Suche nach einem passenden Kurs machen. Vor einer verbindlichen Buchung sollte beim Veranstalter nachfragt werden, ob der Kurs im jeweiligen Bundesland als Bildungsurlaub anerkannt ist. Natürlich sollte man frühzeitig mit dem Arbeitgeber abklären ob im gewünschten Zeitraum Bildungsurlaub möglich wäre.

Nach einer verbindlichen Buchung bekommt man in den meisten Fällen alle erforderlichen Unterlagen wie Anmeldebestätigung, Anerkennungsbescheid und Ablaufplan vom Veranstalter zugeschickt. Diese Unterlagen werden beim Arbeitgeber eingereicht. Die Abgabe sollte man sich vom Arbeitgeber schriftlich bestätigen lassen. Wurde der Kurs absolviert bekommt man eine Teilnahmebestätigung die beim Arbeitgeber vorzulegen ist.

Was tun wenn der Antrag abgelehnt wird?

Eine Absage sollte man sich unbedingt schriftlich geben lassen. In den Landesgesetzen ist genau definiert aus welchen Gründe Absagen zulässig sind. Die Gründe der Absage sollte man mit Unterstützung des Betriebsrates oder eines Rechtsanwalts genau prüfen.

Gründe für eine Ablehnung können beispielsweise nicht eingehaltene Fristen sein oder wenn zum gewünschten Zeitraum schon zu viele Kollegen Urlaub haben. In einigen Bundesländern gibt es auch Schutzklauseln für Kleinunternehmen. Wenn sich die Ablehnung nur auf einen bestimmten Termin bezieht kann man den Antrag mit einem anderen Termin erneut stellen.

Wer übernimmt die Kosten?

Der Arbeitgeber übernimmt in der Regel die Kosten für den zusätzlichen Urlaub weil das Gehalt in dieser Zeit weitergezahlt wird. Der Arbeitnehmer muss im Gegenzug die Kosten des Bildungsurlaubs übernehmen, das heißt die Kursgebühr und eventuelle Reisekosten. Kann das erlernte Wissen auch im Job angewendet werden lohnt die Nachfrage nach Kostenübernahme beim Arbeitgeber.

Quelle: ZDF WISO

Downloads & Informationen

Übersicht über die Regelungen in den einzelnen Bundesländern (PDF 0,3 MB)

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