Aufstiegs BAföG

Aufstiegs-BAföG

Bund und Länder finanzieren gemeinsam das sogenannte „Aufstiegs-BAföG“ nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG). Es richtet sich an Personen, die sich auf einen der folgenden Fortbildungsabschlüsse vorbereiten: Handwerks- oder Industriemeister/-in, Erzieher/-in, Techniker/-in, Fachkaufmann/-frau, Betriebswirt/-in oder auf einen der mehr als 700 vergleichbaren Qualifikationen. Für Maßnahmen, die ab August 2016 beginnen, sind zudem auch Studienabbrecher/-innen und Abiturienten ohne Erstausbildungsabschluss antragsberechtigt, wenn sie über die geforderte Berufspraxis verfügen. Das gilt allerdings nur dann, wenn es in der Prüfungsordnung der angestrebten Fortbildungsmaßnahme so vorgesehen ist.


Voraussetzungen

Die Weiterbildungsmaßnahme muss eine Mindestdauer von 400 Unterrichtsstunden aufweisen. Zudem gilt für Fortbildungen in Vollzeit die Regel, dass pro Woche mindestens 25 Unterrichtsstunden an vier Werktagen stattfinden müssen. Auch darf die Vollzeitmaßnahme nicht länger als drei Jahre dauern. Qualifikationen in Teilzeit müssen im Durchschnitt auf mindestens 18 Unterrichtsstunden im Monat kommen und dürfen sich nur auf maximal vier Jahre erstrecken.

Wenn sie die Fördervoraussetzungen des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes erfüllen und den Anforderungen des Fernunterrichtsschutzgesetzes entsprechen, sind auch Teilnehmer von Fernlehrgängen berechtigt, Aufstiegs-BAföG zu beantragen. Der entsprechende Lehrgang gilt dann als Teilzeitmaßnahme. Und auch mediengestützte Lehrgänge sind förderfähig, wenn sie Präsenzunterricht oder eine damit vergleichbare und verbindliche mediengestützte Kommunikation vorsehen. Der Präsenzunterricht oder die mediengestützte Kommunikation muss dabei einen Umfang von mindestens 400 Stunden erreichen. Auch sind regelmäßige Erfolgskontrollen vorgeschrieben.


Förderziele

Das Aufstiegs-BAföG unterstützt Weiterbildungen bei öffentlichen und privaten Trägern in Voll- oder Teilzeit. Diese müssen gezielt auf eine öffentlich-rechtliche Prüfung nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder einen gleichwertigen Abschluss nach dem Bundes- oder Landesrecht vorbereiten. Dabei muss der Berufsabschluss, den der Antragssteller erwerben möchte, über dem Niveau einer Prüfung zum Facharbeiter, Gesellen oder Gehilfen liegen. Auch darf es sich nicht um den Abschluss einer normalen Berufsausbildung handeln. Häufig muss daher eine bereits abgeschlossene Erstausbildung vorliegen.

Ebenfalls förderfähig sind notwendige Vorqualifikationen. Das gilt dann, wenn die so vermittelten Kenntnisse notwendig sind, um im Anschluss eine ebenfalls förderfähige Aufstiegsfortbildung absolvieren zu können. Das gilt beispielsweise dann, wenn jemand erfolgreich eine Meisterprüfung inklusive Vorbereitungskurs absolviert hat, um im Anschluss daran den Vorbereitungslehrgang zum/-r Betriebswirt/-in zu absolvieren. In einem solchen Fall können die Qualifikationsteilnehmer für beide Weiterbildungsmaßnahmen Aufstiegs-BAföG beantragen.


Höhe und Art der Förderung

Gefördert werden Teilzeit- und Vollzeitmaßnahmen – unabhängig von Einkommen, Alter und Vermögen. Für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren beträgt die maximale Fördersumme 15.000 Euro. 40 Prozent davon gelten als Zuschuss, der Rest als zinsgünstiges Darlehen. Wer an einer Vollzeitmaßnahme teilnimmt, kann zudem einkommens- und vermögensabhängig einen Unterhaltsbeitrag erhalten. Er besteht aus einer Zuschuss- und einer Darlehenskomponente. Die Obergrenze hierfür liegt bei 768 Euro im Monat. Bei erfolgreich abgeschlossener Prüfung können auf Antrag 40 Prozent des zu diesem Zeitpunkt noch nicht fällig gewordenen Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erlassen werden.

Materialkosten für ein Meisterprüfungsprojekt können mit bis zur Hälfte der notwendigen Kosten (maximal 2.000 Euro) gefördert werden. Auch hier gelten 40 Prozent der Summe als Zuschuss, der Rest als Darlehen. Zudem können Alleinerziehende einen einkommens- und vermögensunabhängigen Kinderbetreuungszuschlag in Höhe von 130 Euro als Zuschuss beantragen. Hierzu müssen die Kinder im eigenen Haushalt wohnen und entweder unter zehn Jahre alt sein oder eine Behinderung aufweisen.


Ansprechpartner und weitere Informationen

Für die Beantragung der Förderung sind in der Regel die kommunalen Ämter für Ausbildungsförderung bei den Kreisen und kreisfreien Städten an Ihrem ständigen Wohnsitz zuständig.

    BMBF: Informationen zum Aufstiegs-BAföG

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