Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten verläuft positiv

Integrationskurs, © Frank Gärtner - Fotolia
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Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass inzwischen 35 Prozent der Menschen mit Fluchthintergrund arbeiten.

Das sind rund 15 Prozent mehr als noch 2017. Dabei ist der Frauenanteil jedoch geringer als der der Männer, was häufig mit familiären Faktoren, wie beispielsweise der Betreuung von kleinen Kindern, zusammenhängt. Und auch die Eingliederung in das deutsche Bildungssystem schreitet voran: Von den zwischen 2013 und 2016 eingereisten Menschen haben gut 50 Prozent bis Ende 2017 einen Integrationskurs besucht oder bereits abgeschlossen. Rechnet man andere Sprachkurse hinzu, sind es sogar drei Viertel der Geflüchteten gewesen. In der Folge haben gut 33 Prozent der befragten Personen ihre Sprachkenntnisse zu dem Zeitpunkt bereits als gut oder sehr gut eingeschätzt. Ein weiteres Drittel der Studienteilnehmer ordnet sich auf einem mittleren Niveau ein.

Darüber hinaus zeigt die Analyse der Arbeitsmarktforscher, dass gut zehn Prozent der Erwachsenen mit Fluchthintergrund 2017 zur Schule gegangen sind, eine Ausbildung gemacht oder ein Studium absolviert haben. Das entspricht einem Zuwachs von vier Prozent gegenüber 2016. Die Forscher gehen zudem davon aus, dass die Zahl infolge verbesserter Deutschkenntnisse weiter steigt, wobei auch fehlende allgemein- oder berufsbildende Voraussetzungen Gründe dafür sind, dass der Anteil noch vergleichsweise niedrig ist.

Zusätzlich hat die Studie erstmals auch die gesundheitliche Verfassung der Befragten erhoben. Dabei zeigt sich, dass Geflüchtete ein deutlich erhöhtes Risiko für Depressionen oder andere psychische Erkrankungen aufweisen. Hinzu kommt, dass nicht wenige mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zu kämpfen haben. Letzteres gilt insbesondere für Frauen und ältere Menschen.

Die Erhebung hat das IAB gemeinsam mit dem Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am DIW Berlin durchgeführt. Als Basis hierfür dient eine repräsentative Wiederholungsbefragung von ca. 5.000 Menschen, die zwischen 2013 und 2016 nach Deutschland geflüchtet sind. Davon haben rund 3.000 sowohl 2016 als auch 2017 an der Umfrage teilgenommen.

IAB-Kurzbericht 3/2019

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