Soziale Anerkennung bestimmt über Berufswahl

Jugendliche vor einem Laptop, © Daniel Ernst - Fotolia
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Vor allem das Image zählt – zumindest wenn es um den Wunschberuf junger Menschen geht. Das zeigt eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

So haben die Bildungsexperten Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen allgemeinbildender Schulen in Nordrhein-Westfalen schriftlich befragt, aufgrund welcher Faktoren sie sich gegen ein bestimmtes Tätigkeitsfeld entscheiden würden. Das Ergebnis zeigt, dass neben schlechten Rahmen- und Arbeitsbedingungen insbesondere der Grad der sozialen Anerkennung maßgeblich ist. Schneidet ein Job in dieser Kategorie schlecht ab, lehnen die Jugendlichen ihn auch dann ab, wenn sie das Aufgabenfeld selbst interessant finden. Ausschlaggebend ist dabei vor allem die Meinung von Freunden und Familie.

Im Mittelpunkt der Analyse steht die Frage, warum trotz steigendem Angebot am Ende des Jahres so viele Ausbildungssuchende ohne Stelle sind. Auch haben die BIBB-Forscher untersucht, warum Angebote, die der Berufsorientierung dienen, nur bedingt erfolgreich sind und bestimmte Branchen nicht genügend Azubis finden. Hier hat die Erhebung gezeigt, dass die Nichtwahl eines Berufs anderen Kriterien folgt als die Entscheidung für eine bestimmte Tätigkeit. Während Letzteres auf sogenannten Attraktionsfaktoren beruht, spielt beim Ausschluss von Joboptionen vor allem der sogenannte Aversionsfaktor eine Rolle. Neben den bereits genannten Aspekten zählen dazu auch schlechte Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten, fehlende Jobsicherheit und eine geringe Verfügbarkeit von Ausbildungsplätzen.

Matthes, Stephanie: „Warum werden Berufe nicht gewählt? Die Relevanz von Attraktions- und Aversionsfaktoren in der Berufsfindung“, 2019, Verlag Barbara Budrich.

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