Qualifizierung Bildungsferner: Neue Analyse gibt Impulse

Personene in vier verschiedenen Ausbildungsberufen, © industrieblick - Fotolia
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Eine Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt auf, was nötig ist, damit sich mehr bildungsferne Menschen weiterbilden.

Hintergrund der diesjährigen wbmonitor-Umfrage ist, dass sich Personen mit einem eher geringen Bildungsstand wesentlich seltener fortbilden, als jene, die ohnehin schon über entsprechende Abschlüsse verfügen. Da sich die Arbeitswelt zunehmend digitalisiert, stellt dies für viele Arbeitgeber ein Problem dar, wenn es darum geht, geeignete Fachkräfte zu finden. Aus diesem Grund hat das BIBB über 800 Weiterbildungsanbieter eingeladen, an einer Erhebung zu insgesamt sechs verschiedenen Handlungsfeldern teilzunehmen. Die nun vorliegenden Ergebnisse sollen helfen, Strategien zu entwickeln, mit denen sich vorhandene Hindernisse überwinden und Potenziale besser ausschöpfen lassen.

So zeigt die Analyse, dass es notwendig ist, Informationen zu den vorhandenen Bildungsangeboten zielgruppengerecht aufzubereiten. Zudem kann es hierbei sinnvoll sein, Mittelspersonen, wie zum Beispiel Sozialarbeiter, mit einzubeziehen. Geeignet sind hier unter anderem Kommunikationskanäle wie Social Media oder Beratungsstellen. Darüber hinaus müssen Seminare und Schulungen so gestaltet sein, dass sie auch für Teilnehmende geeignet sind, die es nicht mehr gewöhnt sind, zu lernen. Auch sollten die Organisation und zeitliche Planung der Kurse so konzipiert sein, dass sie die jeweilige Zielgruppe nicht überfordern. Besonders geeignet sind hier praxisnahe Angebote mit kleinen Gruppen, bei denen sogenannte Lernbegleiter und Sozialpädagogen als Betreuer zum Einsatz kommen.

Der Erhalt von öffentlichen Fördermitteln ist oft mit einigem Aufwand und dem Ausfüllen komplexer Anträge verbunden. Aus diesem Grund empfiehlt das BIBB, den Zugang zu diesen zu entbürokratisieren. Da viele Menschen mit niedrigem Bildungsgrad dem Thema Weiterbildung eher kritisch gegenüberstehen, sei es zudem wichtig, aufzuzeigen, welche finanziellen und beruflichen Vorteile sich für sie aus einer erfolgreichen Teilnahme ergeben. So könnten Unternehmen ihren derzeitigen oder angehenden Mitarbeitern in einem solchen Fall beispielsweise ein konkretes Arbeitsplatzangebot oder eine Beförderung in Aussicht stellen. Um die Vorschläge erfolgreich umzusetzen, bedarf es zudem einer verstärkten Kooperation zwischen allen in den Prozess involvierten Institutionen und Organisationen.

Koscheck, Stefan; Samray, David: Strategien zur Qualifizierung Bildungsferner aus Anbietersicht, BWP-Artikel (PDF, 14 MB)

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