Pflegepersonal: Mehr Fachkräfte aus dem Ausland benötigt

Pflegerin kümmert sich um einen älteren Herren, © Photographee.eu - Fotolia
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Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will mehr Pflegekräfte aus dem Ausland für Stellen in Deutschland gewinnen, doch noch sind die bürokratischen Hürden hoch.

Jens Spahn hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Pflege in Deutschland zu verbessern. Einer der wichtigsten Punkte hierbei ist der zunehmende Personalmangel, mit dem viele Einrichtungen zu kämpfen haben. Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Gesundheit angekündigt, 13.000 Stellen in der Altenpflege und jede neu geschaffene Stelle in der Krankenpflege zu finanzieren. Ebenfalls geplant sind eine Ausbildungsoffensive sowie Maßnahmen, die Personen zu einer Umschulung in einem Pflegeberuf oder zu einem Wechsel von Teil- in Vollzeit bewegen sollen. Zusätzlich hofft das Bundesministerium auf mehr Pflegefachkräfte aus dem Ausland.

Welche Vorteile und Probleme mit letzterem verbunden sind, erklärt nun ein aktueller Artikel der SÜDWEST PRESSE. Demnach qualifiziert die Bundesagentur für Arbeit (BA) bereits seit fünf Jahren gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) Arbeitnehmer aus Serbien, Bosnien-Herzegowina, den Philippinen und Tunesien. Davon arbeiten hierzulande inzwischen 1.300. Die DEKRA Akademie hat wiederum 1.100 albanische Pflegerinnen und Pfleger auf den deutschen Arbeitsmarkt vorbereitet. Eine Stelle in Deutschland angetreten haben davon 1.000. Das Interesse an den angebotenen Qualifizierungen ist nach wie vor hoch, denn die Anerkennungsverfahren für ausländische Berufsabschlüsse sind zumeist mühsam und langwierig.

Dabei stimmen die beiden größten Arbeitgeberverbände in der Pflege – der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) und der Arbeitgeberverbandes Pflege – sowie die BA miteinander überein, dass sich der vorhandene Bedarf ohne eingewanderte Fachkräfte nicht decken lässt. Die deutschen Arbeitgeber setzen hierbei vor allem auf Mitarbeiter aus Südkorea, Vietnam, China, den Philippinen und den Balkan-Ländern. Dort gibt es im Gegensatz zu Deutschland einen Überschuss an gut ausgebildeten Pflegekräften.

Derzeit beläuft sich der Anteil der zugewanderten Fachkräfte im Pflegesektor auf elf Prozent. Damit die Zahl weiter steigen kann, fordern Branchenvertreter, dass die Bundesregierung die bürokratischen Abläufe inklusive der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsabschlüsse zentralisiert und beschleunigt. Bisher hat jedes der 16 Länder sein eigenes Verfahren. Auch sprechen sich die Arbeitgeberverbände und die Bundesagentur dafür aus, dass Visaanträge zukünftig schneller bearbeitet werden. Derzeit warten Antragsteller häufig sechs Monate und mehr auf das Dokument.

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