DEKRA setzt sich für Fahrerassistenzsysteme ein

Lkw-Crash, © hercher - Fotolia
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Die Sachverständigenorganisation DEKRA fordert Hersteller, Politiker, Speditionen und Berufskraftfahrer dazu auf, noch mehr auf Assistenzsysteme zu setzen.

Wie verschiedene Versuche im DEKRA Technology Center am Lausitzring gezeigt haben, können Fahrerassistenzsysteme im Ernstfall Leben retten. Trotzdem nutzt die Transportbranche das Potenzial dieser Technologien noch nicht voll aus. Notwendige technische Weiterentwicklungen lassen auf sich warten und zu viele Fahrzeuge sind noch nicht mit den Systemen ausgerüstet. Gleichzeitig werden die Unfallsachverständigen der Expertenorganisation beispielsweise immer wieder zu schweren Auffahrunfällen gerufen, die ein Notbremsassistenzsystem hätte vermeiden oder zumindest in der Schwere abmildern können.

Ein solcher Assistent erfasst vorhandene Hindernisse auf der Straße mittels eines Radars oder einer Kamera und warnt den Fahrer rechtzeitig vor der bevorstehenden Kollision. Reagiert dieser nicht, leitet das Computersystem eigenständig den Bremsvorgang ein. Seit 2015 sind die Geräte in neu zugelassenen Serienlastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht ab acht Tonnen vorgeschrieben. Ab dem kommenden November gilt das auch für Nutzfahrzeuge frisch vom Fließband, die mehr als 3,5 Tonnen wiegen. Allerdings sieht die Vorschrift nur vor, dass die Anlage die Geschwindigkeit des Lkw verringert: zum Beispiel um 20 km/h bei pneumatischen Bremsanlagen und einem stehenden Hindernis. Modernere Varianten würden den Truck hingegen vollkommen zum Stillstand bringen.

Wie gut Fahrerassistenzsysteme funktionieren, zeigt sich auch an der Unfallstatistik. Aktuelle Ergebnisse des Verkehrssicherheits-Screenings in Baden-Württemberg ist zu entnehmen, dass der Anteil der Auffahrunfälle, die ein Sattelkraftfahrzeug verursacht hat, zwischen 2015 und 2017 von 61 auf 54 Prozent gesunken sind. Zudem sind 2015 noch 73 Prozent aller Verkehrstoten bei einem Auffahrunfall ums Leben gekommen, 2017 sind es hingegen nur 66 Prozent gewesen. Und auch die Sachschäden haben sich von 73 Prozent auf 63 Prozent reduziert.

Daher hat DEKRA seine Mitglieder auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover jetzt dazu aufgerufen, nicht nur die gesetzlichen Mindestanforderungen zu erfüllen, sondern zur Sicherheit aller wirklich die aktuellsten Systeme zu nutzen, auch wenn diese teurer sind. Auch sollte möglichst die komplette Flotte mindestens mit einem Notbremsassistenten ausgerüstet sein, nicht nur Neueinkäufe. Die Aufforderung richtet sich allerdings auch an die Hersteller, die bei der Serienproduktion von vorne herein die leistungsfähigsten Assistenzsysteme und nicht die mit den geringsten Kosten verbauen sollten.

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