Arbeitsschutz in Zeiten von Digitalisierung

Arbeitsschutzexperten
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Einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zufolge stellt die Digitalisierung den Arbeitsschutz verstärkt vor Herausforderungen.

Der traditionelle Arbeitsschutz ist darauf ausgelegt, direkten Zugriff auf Arbeitsstätten und Beschäftigte zu haben, um vor Ort Gefahren aufzulösen. Die voranschreitende Digitalisierung hat allerdings dazu geführt, dass vor allem junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an wechselnden Orten und zu unterschiedlichen Zeiten tätig sind. So können Beschäftigte mittlerweile in vier von zehn Unternehmen entscheiden, ob sie im Homeoffice arbeiten wollen. Für die aktuelle Studie der Bundesanstalt haben die Forscher knapp 90 Fachleute für Arbeitsschutz im digitalen Zeitalter interviewt.

Dabei sind die flexiblen Arbeitsorte und -zeiten eine große Herausforderung für den traditionellen Arbeitsschutz. Diese bringen mit sich, dass Verantwortliche es schwerer haben, mögliche Gefahren vor Ort zu erkennen und zu beseitigen. Gleichzeitig hat ein Großteil der interviewten Fachleute angegeben, dass viele Beschäftigte die von ihnen erwartete Flexibilität als belastend empfinden, weil sie zu Mehrarbeit führen kann.

Daneben hat der Arbeitsschutz den Befragten zufolge immer noch das Image, dass er vor allem auf Industrie, Produktion und Baugewerbe zugeschnitten ist. In diesen Branchen sind Gefährdungen häufig eindeutig mess- und beurteilbar. Allerdings sind es in digitalen Firmen oft eher psychische und soziale Belastungen sowie die ständige Erreichbarkeit, die Beschäftigte beeinträchtigen. Vielen jungen und digitalen Unternehmen fehlt der Befragung zufolge zudem das Bewusstsein für Arbeitsschutz.

Die Studie ist Teil eines Vorhabens, das untersucht, ob das deutsche Arbeitsschutzsystem zu den veränderten Arbeitsbedingungen der digitalen Welt passt.

BAuA-Studie: Sichtbarkeit und Umsetzung - die Digitalisierung verstärkt bekannte und erzeugt neue Heraus­forderungen für den Arbeits­schutz

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