Mehr Fachkräfte aus dem Ausland benötigt

Arzt und Ärztin mit Migrationshintergrund, © WavebreakmediaMicro - Fotolia
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Im Zuge des demografischen Wandels ist Deutschland zukünftig verstärkt auf ausländische Fachkräfte angewiesen.

So machen die Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in der aktuellen Ausgabe ihres Magazins darauf aufmerksam, dass immer mehr Deutsche in den Ruhestand gehen, ohne dass es genug qualifizierte Personen gibt, die die freiwerdenden Stellen übernehmen können. Auch die Zuwanderung aus anderen EU-Ländern könne den Bedarf nicht ausreichend decken, da diese voraussichtlich in der Zukunft stark zurückgehe. Aus diesem Grund wäre es für Unternehmen sinnvoll, auch auf gut ausgebildete Arbeitskräfte aus Drittstaaten zu setzen. Hierzu müssten deutsche Firmen für diese Zielgruppe jedoch an Attraktivität gewinnen.

Tatsächlich zeigen aktuelle Zahlen, dass der Fachkräftemangel in Deutschland trotz des steigenden Digitalisierungsgrades weiter zunimmt. Demnach sind aktuell rund 1,2 Millionen Stellen unbesetzt. Zudem erreichen viele Arbeitnehmer in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren das Rentenalter, wodurch sich die Problematik noch weiter verschärft, da die ihnen nachfolgenden Jahrgänge zahlenmäßig kleiner sind. Damit reduziert sich das Erwerbspersonenpotenzial ohne Personalrekrutierung im Ausland von derzeit ca. 47 Millionen Menschen bis 2060 auf unter 29 Millionen. Da inzwischen auch zunehmend Frauen und viele ältere Personen erwerbstätig sind, können diese die dann klaffende Lücke nicht alleine füllen, selbst wenn sich die Quote weiter erhöht.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Geringqualifizierte ohne Schul- oder Berufsabschluss weiterzubilden. Allerdings stößt auch dieses Konzept den Arbeitsmarktexperten des IAB zufolge schnell an seine Grenzen. Hierbei würden unter anderem Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand, sprachliche Defizite oder auch die vorhandene Fortbildungsaffinität eine Rolle spielen. Somit wäre, um die Zahl der Erwerbstätigen stabil zu halten, eine jährliche Nettozuwanderung von mindestens 400.000 Personen notwendig – doppelt so viele wie bisher.

IAB Forum: Die deutsche Wirtschaft braucht künftig mehr Fachkräfte aus Drittstaaten

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