Pflegebranche: Zwischen Fachkräftemangel und Digitalisierung

Pflegerin und Pflegebedürftige
© Robert Kneschke

Eine aktuelle Studie der Evangelischen Bank untersucht die Situation der Pflegewirtschaft in Deutschland.

Die Branche ist derzeit stark von Fachkräfteengpässen betroffen. Laut einer Befragung von rund 300 Geschäftsführern und Verwaltungsleitern von Pflegeeinrichtungen sind aktuell in sechs von zehn Einrichtungen durchschnittlich sechs Stellen nicht besetzt. Mehr als zwei Drittel der befragten Pflegeunternehmen haben darüber hinaus angegeben, wegen Personalknappheit eine Anfrage nach einem vollstationären Heimplatz abgelehnt zu haben. Zudem ist jeder dritte Betrieb mit offenen Stellen aufgrund von Personalmangel gezwungen, einen temporären Belegungsstopp zu verhängen.

Um Fachkräfte zu gewinnen und den Pflegeberuf attraktiver zu machen, setzen die Unternehmen verschiedene Maßnahmen ein. So treten 98 Prozent aller Einrichtungen für eine wertschätzende Unternehmenskultur ein, während 95 Prozent ihrer Belegschaft eigenständiges Arbeiten ermöglichen. In 93 Prozent aller Pflegebetriebe haben die Angestellten zudem die Möglichkeit, an beruflichen oder persönlichen Weiterbildungen teilzunehmen. Nahezu 50 Prozent aller Firmen schaffen laut eigener Angaben Anreize durch eine überdurchschnittliche Bezahlung.

Neben dem Fachkräftemangel ist auch die Digitalisierung ein vieldiskutiertes Thema in der Pflege. So glauben fast 90 Prozent der Befragten, dass Bewohnerakten in Zukunft elektronisch vorliegen. Rund 80 Prozent gehen davon aus, dass zukünftig digitale Technik in Form von Alarm- und Sturzerkennungssystemen zum Einsatz kommt. Ungefähr die Hälfte ist der Meinung, dass die digitale Wende vor allem die Freizeitgestaltung der Bewohner verändert.

Dem Statistischen Bundesamt (Destatis) zufolge sind in der Bundesrepublik im Dezember 2017 rund 3,4 Millionen Menschen pflegebedürftig gewesen. Davon leben ungefähr 1,65 Millionen in einer Pflegeeinrichtung oder werden in ihrem Privathaushalt von einem ambulanten Dienst betreut. Bis 2030 soll die Zahl der Pflegebedürftigen etwa um die Hälfte steigen.

Branchenstudie der Evangelischen Bank

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