ADR 2019: Neue Regeln für Gefahrgüter

ADR 2019: Neue Regeln für Gefahrgüter
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Am 1. Januar 2019 ändern sich die Vorschriften des Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR).

Alle zwei Jahre werden die ADR-Vorschriften aktualisiert. 2019 ist es wieder so weit. Und wie schon in den vergangenen Jahren gibt es Neuerungen bei den Lithiumbatterien. Hersteller und Vertreiber von Lithiumbatterien müssen zukünftig eine Zusammenfassung des Prüfberichts nach 38.3 zur Verfügung stellen. Gerade für Händler wird es dadurch einfacher, notwendige Informationen einzuholen.

Neu ist die Einführung von Hybridbatterien. Dabei handelt es sich um Lithiumbatterien, die aus Lithium-Metall- und Lithium-Ionen-Batterien bestehen. Sie werden nun der UN-Nummer für Lithium-Metall-Batterien zugeordnet. Darüber hinaus werden Sondervorschriften und Verpackungsanweisungen für Prototypen und beschädigte Batterien angepasst.

Auch der Umgang mit Gegenständen, die gefährliche Güter enthalten, wird aktualisiert. Bisher sind Gegenstände, für die es keine offizielle Bezeichnung gibt, der UN-Nummer 3363 „Gefährliche Güter in Maschinen bzw. Geräten“ zugeordnet. Dadurch haben sie im Straßenverkehr in der Regel eine Freistellung, im Seeverkehr hingegen nicht. Deshalb werden nun zwölf neue UN-Nummern eingeführt, zu denen diese Stoffe klassifiziert werden können. Sie gelten dann für alle Verkehrsträger.

Wie immer gibt es zudem eine Reihe von redaktionellen Anpassungen. Dazu gehört die Verwendung der Begriffe „Gefahr“ und „Risiko“, die bislang in der deutschen Fassung des ADR teilweise synonym genutzt werden. Um eine international einheitliche Sprachregelung sicherzustellen, hat der UN-Expertenausschuss folgende Änderungen beschlossen: „Gefahr“ wird künftig immer dann verwendet, wenn eine intrinsische Eigenschaft des Stoffes oder Gegenstandes gemeint ist. „Risiko“ wird im Zusammenhang mit der Eintrittswahrscheinlichkeit für einen Schaden gebraucht. Obwohl für die neuen Regelungen eine Übergangsfrist bis zum 1. Juli 2019 besteht, empfehlen die DEKRA Gefahrgutexperten den Anwendern, sich frühzeitig mit den Auswirkungen auf das Unternehmen auseinanderzusetzen.

DEKRA bietet mit rund 120 Gefahrgutbeauftragten bundesweit den kompletten Service rund um das Thema. Darüber hinaus führt die DEKRA Akademie Schulungen für Gefahrgutbeauftragte, Fahrer und Personen mit Gefahrgutverantwortung für alle Verkehrsträger Straße, Schiene, See, Binnenschifffahrt und Luftverkehr durch. Bei Neuerungen im Kapitel 1.3 des ADR (Unterweisung von Personen, die an der Beförderung gefährlicher Güter beteiligt sind) verlangt der Gesetzgeber grundsätzlich, die Kenntnisse der Mitarbeiter zu überprüfen und ggf. eine Auffrischungsschulung durchzuführen.

Bundesgesetzblatt Teil II 2018 Nr. 19 vom 05.11.2018
Anlage zur 27. ADR-Änderungsverordnung vom 25. Oktober 2018 (in Deutsch ab Seite 63)

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