Fachkräftemangel: Pflegebranche besonders betroffen

Fachkräftemangel: Pflegebranche besonders betroffen
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Laut einer Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd) braucht Deutschland bis 2035 mindestens 130.000 zusätzliche Altenpflegekräfte.

Ausgehend von der Pflegestatistik 2015 ermittelt die Studie des iwd den Bedarf an Fachkräften im Pflegesektor in zwei Szenarien. Die erste Variante geht davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Bevölkerung verbessert, zum Beispiel durch eine umfassendere medizinische Versorgung und neue Heilmöglichkeiten. In diesem Fall brauchen die Menschen erst im hohen Alter professionelle Unterstützung und es sind 130.000 weitere Pfleger notwendig. Im zweiten Szenario bleibt die Gesundheit der Menschen in Deutschland unverändert. Dadurch erhöht sich der Zahl der erforderlichen Fachkräfte bis 2035 sogar auf 150.000.

Die Hauptursache des hohen Bedarfs ist, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahrzehnten stark ansteigt. Verbessert sich der Gesundheitszustand der Menschen, ist laut des Instituts im Jahr 2035 von knapp 3,8 Millionen Patienten auszugehen. Im Alternativszenario – also unveränderter Gesundheit – wären es rund vier Millionen. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Zahlen: Während in Bayern knapp 40 Prozent mehr Bedürftige zu erwarten sind, liegt der Zuwachs in Sachsen bei nur 17 Prozent.

Um die Herausforderungen zu bewältigen, schlagen die Autoren eine Kombination verschiedener Maßnahmen vor. Vor allem höhere Löhne könnten die Attraktivität des Berufsbilds steigern. Im Vergleich zu Gesundheits- und Krankenpfleger verdienen Altenpfleger 19 Prozent weniger. Zudem wäre es möglich, Pflegehelfer durch gezielte Weiterqualifizierungen zu Fachkräften auszubilden. Ein Teil des Bedarfs ließe sich darüber hinaus durch ausländische Fachkräfte decken.

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