Transport von Lithiumbatterien

An ein Handy angeschlossene Power-Bank, © Scanrail - Fotolia
© Scanrail - Fotolia

Lithiumbatterien gelten als Gefahrgut und unterliegen daher beim Transport strengen gesetzlichen Vorgaben.

So weist eurotransport.de darauf hin, dass die rechtlichen Auflagen sowohl für Batterien als auch für Geräte, die diese enthalten, gelten. Vor allem wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterien sind beliebt. Sie finden sich zumeist in mobilen Endgeräten, da sie sich nur geringfügig selbst entladen und der sogenannte Memory-Effekt nicht eintritt. Bei einem Defekt oder Kurzschluss können jedoch hohe Lade- und Entladeströme entstehen, die im schlimmsten Fall einen Brand auslösen können. Da durch eine chemische Reaktion in der Batterie ein leicht entzündbares organisches Gas entsteht, sind solche Brände bisweilen nur schwer unter Kontrolle zu bringen. Auch kann ein betroffener Akku aufgrund der entstehenden Hitze explodieren.

In der Praxis bedeutet das, dass Transportunternehmen, die Lithiumbatterien oder Geräte, die diese enthalten, befördern, das geltende Gefahrgutrecht beachten müssen. Für den europäischen Straßengüterverkehr finden sich die gesetzlichen Regelungen im „Europäischen Übereinkommen über die nationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße“ – auch als ADR bekannt. Bei der Beförderung mit Güterzügen gilt das „Regelwerk für den internationalen Schienentransport von Gefahrgut“ (RID) und im Seeverkehr der „Internationale Code für die Beförderung gefährlicher Güter mit Seeschiffen“ (IMDG-Code). Für Luftfracht gelten hingegen die Gefahrgutvorschriften der International Air Transport Association (IATA-DGR).

Welche Auflagen im Einzelnen zu erfüllen sind, hängt davon ab, ob es sich um Lithium-Metall-Batterien oder um Lithium-Ionen-Batterien handelt. Für Letztere gelten, wenn sie 100 Wattstunden nicht übersteigen, auf Basis der Sondervorschrift (SV) 188 vereinfachte Anforderungen. Ist der Wert, den die Batterie erreicht, jedoch höher, gelten sie als Gefahrgut der Klasse 9. Bei der Metallvariante richtet sich die Einteilung hingegen nach dem Lithiumgehalt in Gramm. Hinzu kommen zahlreiche weitere Besonderheiten, die es zu beachten gilt.

Um so schwieriger ist es für viele Unternehmen, bei den Gesetzen, die immer wieder Anpassungen unterliegen, den Überblick zu behalten. Mit der Einführung der IATA-Vorschriften für 2019 sind zudem bereits weitere Änderungen in Sicht. Viele Firmen, die mittlerweile mit dem Thema konfrontiert sind, haben zudem in der Vergangenheit nur wenige bis gar keine Berührungspunkte mit Gefahrguttransporten gehabt. Ein Beispiel hierfür sind Fahrradhändler, die ihre Kunden mit Ersatzakkus für ihre E-Bikes versorgen wollen. Um so wichtiger ist es daher für die betroffenen Betriebe, ihre Mitarbeiter ausreichend Schulen zu lassen.

eurotransport.de: Lithiumbatterien sicher transportieren

Informationen und Angebote der DEKRA Akademie

Sie haben weitere Fragen?

Tel.: +49.711.7861-3939
Fax: +49.711.7861-2655

E-Mail: