Kontrollen von Fracht im „Grenzbereich“

 Kontrollen von Fracht im „Grenzbereich“

Wir alle kennen die Probleme, die bei der Kontrolle von Fracht mittels Röntgentechnik entstehen können. Waren lassen sich aufgrund ihrer hohen Dichte oftmals mittels Röntgengerät nicht durchdringen.

Die Bewertung, ob ein Packstück als "SPX by x-ray" weitergegeben werden kann, liegt in der Verantwortung der Luftsicherheitskontrollkraft. Auch die EU Verordnung lässt ihr dabei Spielraum, indem darin festlegt ist:

6.2.1.1. Bei der Kontrolle von Fracht oder Postsendungen

a) sind die je nach Art der Sendung zum Aufspüren verbotener Gegenstände am besten geeigneten Mittel oder Verfahren anzuwenden und
b) müssen die verwendeten Mittel oder Verfahren einem Standard entsprechen, durch den hinreichend sichergestellt ist, dass in der Fracht keine verbotenen Gegenstände versteckt sind.
Unter 6.2.1.1. wird also ausgesagt, dass zunächst eine sinnvolle Kontrollmethode gewählt wird, die ein hinreichendes Ergebnis bringt.

6.2.1.2. Kann die Kontrollperson nicht mit ausreichender Sicherheit feststellen, dass die Sendung keine verbotenen Gegenstände enthält, ist die Sendung zurückzuweisen oder bis zu einem zufriedenstellenden Ergebnis erneut zu kontrollieren.

6.2.1.2. gibt der Luftsicherheitskontrollkraft den Ermessensspielraum ausreichend festzustellen, ob die Sendung sicher ist.

Was ist also "hinreichend" und "ausreichend"?

Eine LSKK hat am Röntgengerät verschiedene Möglichkeiten, die Darstellung der Waren auf dem Röntgenbild u.a. mit den Bilddarstellungsarten und Auswertungsfunktionen zu verbessern. Ist das nicht ausreichend, kann sie, wenn es Beschaffenheit und Verpackung der Ware zulassen, die Ware vereinzeln und in kleinen Verpackungseinheiten abermals mittels Röntgentechnik durchleuchten. Sie kann aber auch eine Gegenprobe durchführen. Wir alle kennen die einfachen Hilfsmittel wie beispielsweise Brech- oder Montiereisen, die an der zu kontrollierenden Fracht angebracht oder untergelegt werden. Ist das Brech- oder Montiereisen bei der nochmaligen Durchleuchtung auf dem Röntgenbild zu erkennen, wird die Sendung freigegeben.

Diese Bewertung ist laut Luftfahrt-Bundesamt jedoch weder hinreichend noch ausreichend!

Die LBA Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Aufsichtsreferates nutzen für die Gegenprobe ein Mobiltelefon. Die Größe eines Handys sollte also zukünftig das probate Mittel für jede LSKK sein. Angegebener Grund ist, dass Telefone bereits als Sprengvorrichtung genutzt wurden und somit deren Größe als Maßstab sinnvoll ist.

Die Praktiker unter Ihnen werden vermutlich denken, dass mit dieser ausschließlichen Methode der Ermessensspielraum der LSKK ausgehebelt und das Röntgengerät generell als Kontrollmethode in Frage gestellt wird.

Eine bundeseinheitliche Sichtweise, die gleichermaßen für Luftsicherheitskontrollkräfte, Ausbilder, zugelassene Unternehmen und Behörden gilt, würde die derzeitigen Unsicherheiten bereinigen. Wünschenswert wäre ein Dialog aller Beteiligten, um endlich Luftsicherheit zu gewährleisten.

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