Gefahrgutinformationen

Gefahrgutinformationen

Zum 14.06.2016 wurde die NfL 2-273-16 "Bekanntmachung über die Beförderung gefährlicher Güter im Luftverkehr durch Luftfahrtunternehmen" in Kraft gesetzt und damit die bisher gültigen NfL II 34/05 und NfL II 35/05 aufgehoben.

Somit erfolgt eine Anpassung an die aktuellen Rechtsgrundlagen. Sie richtet sich aber nicht nur ausschließlich, wie der Titel vermuten lassen würde, an Luftfahrtunternehmen und deren Beauftragte, sondern auch an die für die Beförderung Verantwortlichen nach § 9 Abs. 5 GGBefG wie Verpacker, Verlader, Versender, Beförderer, Entlader, Empfänger oder Auspacker, aber auch Hersteller, Einführer oder Inverkehrbringer von Verpackungen, Befördrungsbehältern oder Fahrzeugen.
Besonders wird dabei auf die Verpflichtung für diese Unternehmen oder Inhaber verwiesen, Unfälle und Zwischenfälle, die im Zusammenhang mit der Beförderung gefährlicher Güter auftreten, sobald wie möglich, jedoch in jedem Fall innerhalb von 72 Stunden dem Luftfahrt-Bundesamt anzuzeigen.
Gefahrgutunfälle werden als Ereignisse definiert, welche im Zusammenhang mit der Beförderung gefährlicher Güter im Luftverkehr stehen und die tödliche oder schwere Verletzungen von Personen oder größeren Sachschaden zur Folge haben.
Gefahrgutzwischenfälle sind Ereignisse im Zusammenhang mit der Beförderung gefährlicher Güter im Luftverkehr, die kein Gefahrgutunfall sind und nicht notwendigerweise an Bord eines Luftfahrzeugs auftreten, aus denen jedoch Personenschäden, Sachschäden, Feuer, Bruch, Verschütten von Gefahrgut, Austreten von Flüssigkeit oder Strahlung resultieren oder andere Hinweise darauf vorliegen, dass die Unversehrtheit der Verpackung nicht erhalten geblieben ist. Hierzu zählen auch Ereignisse, die ein Luftfahrzeug oder dessen Insassen ernsthaft gefährden.

Bezug genommen wird dabei auf die Vorschriften der International Civil Aviation Organization (ICAO) – Anhang 18 und der dort angehängten ICAO Technical Instructions for the Safe Transport of Dangerous Goods by Air Doc 9284 (ICAO T.I.), welche u.a. auch die Meldepflicht für nicht oder falsch deklariertes Gefahrgut regeln. Hierzu wurden dem Luftfahrt-Bundesamt in den ersten fünf Monaten diesen Jahres bereits 61 Verstöße aus dem Bereich Luftfracht gemeldet.

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