BG RCI: Viele Beschäftigte leiden an Lärmschwerhörigkeit

Mann arbeitet mit Presslufthammer
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Die aktuelle Ausgabe des Magazins der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) informiert über das Thema Schwerhörigkeit.

Ob bei Straßenbauarbeiten, in der Werkstatt oder der Fabrikhalle – rund fünf Millionen Menschen in Deutschland sind an ihrem Arbeitsplatz Geräuschen in hoher Lautstärke ausgesetzt. Allein 2017 hat die DGUV ca. 6.650 Berufskrankheiten anerkannt, die auf Lärm zurückgehen. Allerdings leiden laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auch schon viele junge Menschen an Hörschäden. Grund dafür ist zu laute Musik über zumeist Kopfhörer. Ist das Gehör erst einmal geschädigt, gibt es in der Regel kein zurück, denn heilbar ist ein solcher Schaden nicht. Betroffene scheiden daher oft früher aus dem Arbeitsleben aus und sind zudem auch privat in ihrer Kommunikation eingeschränkt.

So macht sich Schwerhörigkeit unter anderem dadurch bemerkbar, dass die jeweilige Person leise Geräusche im Hochtonbereich nicht mehr wahrnehmen kann. Die Folge ist, dass sie Gesprächspartner nicht mehr richtig verstehen können. Darüber hinaus kann Lärm auch zu Stress, Konzentrationsstörungen und erhöhtem Blutdruck führen. Einmalig nur unangenehm, reicht auf Dauer bereits ein konstanter Lärmpegel von 85 Dezibel während eines achtstündigen Arbeitstages aus, um das Gehör zu schädigen. Bei einem Rockkonzert mit 105 Dezibel liegt die kritische Grenze sogar schon bei fünf Minuten.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder, der beruflich mit Lärm zu tun hat, automatisch schwerhörig wird. Vielmehr gibt es verschiedene Präventionsmaßnahmen, die genau das verhindern sollen. Arbeitgeber müssen beispielsweise sicherstellen, dass die Lärmbelastung am Arbeitsplatz so gering wie möglich ist.

Hierzu ermittelt eine fachkundige Person, wie zum Beispiel eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, die Höhe der Lautstärke. Ab dem unteren Grenzwert von 80 Dezibel müssen Unternehmen ihrer Belegschaft einen geeigneten Gehörschutz zur Verfügung stellen. Ab der oberen Grenze von 85 Dezibel sind Mitarbeiter dann verpflichtet, in Abhängigkeit von der Lautstärke entweder Ohropax zu nutzen oder einen Bügel- oder Kapselgehörschutz zu tragen. Ebenfalls zum Präventionskonzept gehört ein sogenanntes Lärmminderungsprogramm, das der Betrieb erstellt.

Das Magazin der BG RCI erscheint alle zwei Monate. Darin informiert die Berufsgenossenschaft über aktuelle Themen rund um die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz.

BG RCI.magazin März/April 2019

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