Leiternorm: 2018 tritt überarbeitete Version in Kraft

Mann steht auf Leiter, © Zerbor - Fotolia
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Ab dem 1. Januar 2018 gelten neue Vorgaben für Leitern. Ziel ist es, deren Standfestigkeit zu verbessern. Betroffen sind vor allem Anlege- und Mehrzweckleitern.

2016 haben sich ca. 23.700 meldepflichtige Arbeitsunfälle mit Leitern ereignet. Davon endete jeder 15. mit schweren Verletzungen oder tödlich. 90 Prozent der Unglücke gehen darauf zurück, dass die Leiter nicht sicher genug gestanden hat. Hinzu kommt, dass viele Beschäftigte im Umgang mit den verschiedenen Leiterarten nicht richtig geschult sind oder fahrlässig mit diesen umgehen. Daher hat das Europäische Komitee für Normung (CEN) die bestehende Leiternorm überarbeitet. Zukünftig sollen Hersteller die Standfestigkeit bereits bei der Produktion weiter erhöhen. Unterstützung hat das CEN dabei von der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU), der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) sowie der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) erhalten.

Im Mittelpunkt der Änderung steht die DIN EN 131. Diese bezieht sich auf alle tragbaren Anlegeleitern mit einer Leiterlänge von über drei Metern. Modelle dieser Art müssen ab Januar 2018 über eine größere Standbreite verfügen. Gewährleistet werden soll das entweder durch eine Quertraverse oder eine konische Bauweise. Ebenfalls betroffen sind Mehrzweckleitern mit einem aufgesetzten Schiebeleiterteil, wenn dieser länger als drei Meter ist. In einem solchen Fall darf dieser nur dann von der Leiter trennbar sein, wenn er über eine Traverse verfügt, die die neue Norm erfüllt. Es ist Beschäftigten jedoch nicht gestattet, diese als zusätzliche Standfläche zu nutzen. Aus diesem Grund findet sich in der überarbeiteten Leiternorm auch eine entsprechende Nutzungseinschränkung.

Darüber hinaus sind Leitern ab dem nächsten Jahr in zwei Nutzungsgruppen unterteilt – jene für den privaten und jene für den gewerblichen Gebrauch. Beide Gruppen sind über passende Piktogramme klassifiziert. Unternehmen dürfen die alten Leitermodelle jedoch weiter nutzen, sofern deren Sicherheit für den jeweiligen Arbeitsauftrag gewährleistet ist.

DGUV-Pressemitteilung

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