Pflege- und Gesundheitspersonal: Fachkräftemangel nimmt zu

Alte Dame und weibliche Pflegekraft, © Alexander Raths - Fotolia
© Alexander Raths - Fotolia

Aktuelle Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen, dass der Bedarf an Pflegepersonal das vorhandene Angebot 2035 um 270.000 Personen übersteigt.

Als Basis für die Analyse hat dem BIBB eine gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erstellte Qualifikations- und Berufsfeldprojektion gedient. Diese geht davon aus, dass die Löhne in den Pflege- und Gesundheitsberufen weiterhin nur schwach wachsen und die Nachfrage nach Fachkräften ohne Approbation aufgrund des demografischen Wandels kontinuierlich steigt. Zudem zeigt die Studie, das Maßnahmen, wie beispielsweise verlängerte Arbeitszeiten oder der Einsatz fachfremder Arbeitskräfte, das Problem nicht lösen können. Daher beschäftigen sich die Forscher in diesem Zusammenhang auch mit zwei Ausgleichsmechanismen: der Lohnentwicklung und der Mobilität von Erwerbspersonen.

So gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sich der Anteil der Pflege- und Gesundheitskräfte, die in ihrem erlernten Beruf bleiben, bis 2035 aufgrund des geringen Lohnzuwachses um vier Prozent reduziert – und die berufliche Mobilität entsprechend zunimmt. Dadurch verringert sich der Pool an verfügbaren qualifizierten Fachkräften. Da zudem die Zugangschancen für fachfremdes Personal nach Meinung der BIBB-Experten begrenzt sind, kann dieser Wegfall an verfügbarem Pflegepersonal auch nicht anderweitig aufgefangen werden.

Die größten Chancen, dem drohenden Personalmangel entgegenzuwirken, sieht das Bundesinstitut daher in Maßnahmen, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Betroffene sich entschließen, in den genannten Berufen zu verbleiben. Dazu gehören insbesondere eine angemessene Vergütung, aber auch bessere Arbeitsbedingungen, Aufstiegschancen und eine ausreichende Work-Life-Balance. Zudem weist das BIBB darauf hin, dass es wichtig ist, im Gesundheitssektor weiteres Pflegepersonal auszubilden, um den sich stetig erhöhenden Bedarf zu decken.

Das Pflege- und Gesundheitspersonal wird knapper (PDF, 970 KB)

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