BMBF: Nach Studienabbruch erfolgreich in die Berufsausbildung

Schild Studienabbruch (© K.C. -fotolia.com)
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Eine DZHW-Studie zeigt hohe Abbrecherquoten, aber auch erfolgreiche Wechsel in andere Berufswege.

Rund jeder dritte Studierende in Deutschland bricht das Studium vorzeitig ab. Fast die Hälfte der Studienabbrecher beginnt aber bereits ein halbes Jahr nach Verlassen der Hochschule eine Berufsausbildung, weitere 31 Prozent sind erwerbstätig. Dies ist ein Ergebnis einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), die Anfang Juni in Berlin vorgestellt wurde.

„Der frühe Zeitpunkt eines Studienabbruchs und der schnelle Wechsel in eine Ausbildung weisen darauf hin, dass viele junge Menschen noch nicht genau wissen, welchen Berufsweg sie einschlagen möchten. Das zeigt, wie wichtig eine gute Berufsorientierung bereits in der Schulzeit ist", sagt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. Die Ergebnisse zeigten aber auch, dass ein Studienabbruch kein Scheitern der beruflichen Karriere bedeute. Wichtig sei, dass alle jungen Menschen ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend einen qualifizierten Berufsabschluss machen – Studium und Berufsausbildung sind dafür gleichwertige Wege, betont die Ministerin.

In der DZHW-Studie wurde die Studienabbruchquote auf Basis des Absolventenjahrgangs 2014 berechnet und untersucht, welche Gründe für den Abbruch ausschlaggebend sind und wo die Abbrecher nach Verlassen der Hochschulen verbleiben. Häufigster Grund für den Abbruch sind laut der Befragung unbewältigte Leistungsanforderungen (30 Prozent). Am zweithäufigsten (17 Prozent) wurde mangelnde Studienmotivation genannt. Für 15 Prozent sei der Wunsch nach einer praktischen Tätigkeit der Hauptgrund, das geplante Studium vorzeitig zu beenden. Finanzielle Engpässe und schwierige Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Studium spielten nur eine nachrangige Rolle.

In den vergangenen Jahren hat das BMBF bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um einerseits das Berufsorientierungsprogramm in den Schulen auszubauen und andererseits die Rahmenbedingungen sowohl für ein erfolgreiches Studium als auch für den Übergang in eine duale Berufsausbildung im Falle eines Studienabbruchs zu verbessern. Dazu zählt zum Beispiel das seit 2014 gestartete Projekt „Jobstarter plus". Ziel hierbei ist es, Studienabbrecherinnen und -abbrecher für die berufliche Bildung zu gewinnen.

DZHW-Studie: „Zwischen Studienerwartungen und Studienwirklichkeit“


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