Bundesregierung will IT-Experten Einwanderung erleichtern

Informatker mit Migrationshintergrund, © Syda Productions - Fotolia
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Personen aus ausgewählten Engpassberufen, die aus Nicht-EU-Staaten stammen, sollen zukünftig auch ohne formalen Bildungsabschluss immigrieren dürfen.

In Deutschland sind Schätzungen zufolge ca. 55.000 Stellen für IT-Spezialisten unbesetzt. Suchen Informatiker nach einer neuen Stelle, sind jedoch gesondert zu erwerbende Zertifikate bisweilen ausschlaggebender als eine abgeschlossen Ausbildung oder ein Hochschulstudium. Daher haben die Bundesminister Horst Seehofer (CSU) und Peter Altmaier (CDU) sowie Bundestagsmitglied Hubertus Heil (SPD) gemeinsam ein Paper erarbeitet, das Eckpunkte zur Fachkräfteeinwanderung enthält. Demzufolge sollen Menschen aus Ländern, die nicht der EU angehören, ohne Berufsabschluss einwandern können, wenn sie in einem Engpassberuf „über ausgeprägte berufspraktische Kenntnisse“ verfügen und bereits eine feste Zusage für einen Arbeitsplatz erhalten haben.

Zusätzlich sollen gut ausgebildete Fachkräfte mit den notwendigen Qualifikationen und einem gültigen Arbeitsvertrag auch dann in Deutschland arbeiten dürfen, wenn sie keinem Engpassberuf zuzuordnen sind. Eine weitere Neuerung betrifft zudem Personen, die eine qualifizierte Berufsausbildung abgeschlossen haben und über grundlegende Deutschkenntnisse verfügen. Auch wenn ihnen kein konkretes Jobangebot vorliegt, dürfen Sie den Plänen zufolge in Zukunft für bis zu sechs Monate einreisen, um nach einem passenden Arbeitsplatz zu suchen. Bisher steht diese Option nur Akademikern offen. Allerdings kann die Bundesregierung bestimmte Berufsgruppen aus „konjunkturellen Gründen“ von der neuen Regelung mit einer Verordnung ausschließen.

Ausländische Arbeitssuchende, die von diesem Angebot Gebrauch machen, können keine Sozialleistungen in Deutschland beziehen. Interessierte müssen daher vorab nachweisen, dass sie im genannten Zeitraum für ihren eigenen Lebensunterhalt aufkommen können. Darüber hinaus soll die Ausnahmeregel vorerst auf fünf Jahre begrenzt sein. Gleichzeitig wollen die Verantwortlichen allerdings die Berufsanerkennungsverfahren vereinfachen. Geplant ist unter anderem die Einrichtung einer Clearingstelle, die Fachkräfte aus dem Ausland durch das Anerkennungsverfahren begleitet und unterstützt.

Sämtliche hierfür notwendigen Informationen will die Regierung auf dem Internetportal „Make it in Germany“ bereitstellen. Zusätzlich plant sie, das Visumverfahren zu digitalisieren und vorhandene Online-Angebote weiter auszubauen.

Onlineportal: Make it in Germany

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