Technische Regel für Arbeitsstätten: Neufassung veröffentlicht

Feuerlöscher, Feuermelder und Brandschutzverordnung, © Stockwerk-Fotodesign - Fotolia
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Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A2.2 ist überarbeitet worden. Die neue Version ist seit Mai 2018 verfügbar.

Im Fokus der aktualisierten Regel steht eine schnelle Brandbekämpfung mittels vorher festgelegter organisatorischer und technischer Maßnahmen. Demnach sollen Arbeitsstätten so angelegt sein, dass Mitarbeiter im Ernstfall zeitnah Zugriff auf Löschvorrichtungen haben und ein ausbrechendes Feuer schnell und effizient bekämpfen können. Bei einer normalen Brandgefährdung sind daher als Grundausstattung nun auch kleine Handlöscher zulässig, die über mindestens zwei Löschmitteleinheiten (LE) verfügen. Bedingung hierfür ist, dass die Feuerlöscher dadurch einfacher zu bedienen sind oder Arbeitnehmer im Brandfall schneller auf diese zugreifen können. Im Gegenzug müssen Unternehmen mehr Löschgeräte bereitstellen und die Anzahl der Brandschutzhelfer verdoppeln.

Weitere Maßnahmen sind bei einer erhöhten Brandgefährdung erforderlich. Diese besteht unter anderem dann, wenn vor Ort entzündbare oder oxidierende Stoffe und Gemische vorhanden sind oder die örtlichen und betrieblichen Verhältnisse eine Brandentstehung begünstigen. Gleiches gilt, wenn im Fall eines Feuers mit einer starken Rauchentwicklung zu rechnen ist, wie beispielsweise bei brennenden Kunststoffprodukten. Vorgesehen sind dann Brandmelder, das Anbringen mehrerer baugleicher Feuerlöscher an gut zugänglichen Stellen oder auch Brandschutzmaßnahmen der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS 800). Hierbei müssen die einzelnen Löschgeräte den jeweiligen Brandklassen entsprechen und dürfen maximal zehn Meter voneinander entfernt sein.

Darüber hinaus geht die ASR A2.2 jetzt explizit auf die Benennung von Brandschutzbeauftragten ein. Diese beraten und unterstützen den Arbeitgeber bei sämtlichen Themen zum betrieblichen Brandschutz. Aber auch die Ausbildung zum Brandschutzhelfer konkretisiert die Regel. Hierbei handelt es sich um speziell geschulte Mitarbeiter, die bei der praktischen Brandbekämpfung unterstützend tätig sind. Mindestens fünf Prozent der Beschäftigten sollten an einem solchen Kurs teilnehmen – bei erhöhter Brandgefährdung mehr. Bei der Entscheidung darüber, wie viele Mitarbeiter eine solche Fortbildung absolvieren, sollten Unternehmen unbedingt auch Abwesenheitszeiten durch Schichtbetrieb, Krankheit, Urlaub und dergleichen mit einkalkulieren.

Insbesondere in Küchen und Schnellimbissen sowie kleinen Verkaufsstätten, Banken, Schulen und Ausbildungseinrichtungen kann es sinnvoll sein, wenn alle Angestellten sich zu Brandschutzhelfern weiterbilden. Und auch bestimmte Arbeiten auf Baustellen machen dies erforderlich. Zudem empfiehlt die neue ASR A2.2, die Unterweisung inklusive der Löschübungen alle drei bis fünf Jahre zu wiederholen. Aber auch die restliche Belegschaft ist in regelmäßigen Abständen in Sachen Brandschutz zu schulen.

Ebenfalls neu ist, dass die Organisation des betrieblichen Brandschutzes nun in einem eigenen Punkt geregelt ist. Demnach müssen Firmen die im Ernstfall zu ergreifenden Brandschutzmaßnahmen und Verhaltensregeln, zum Beispiel in einer Brandschutzordnung, dokumentieren. Im Fall einer erhöhten Brandgefährdung muss diese dann für alle Personen, die sich an einer Arbeitsstätte aufhalten, leicht zugänglich und einsehbar sein – egal ob als Aushang oder in elektronischer Form. Das gilt auch für Mitarbeiter von Fremdfirmen und Besucher.

BAuA: ASR A2.2 Maßnahmen gegen Brände

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