MINT-Lücke erreicht neues Rekordhoch

Frau mit Tablet in Labor - (c) Boggy, fotolia
(c) Boggy, fotolia

In den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik fehlen so viele Fachkräfte wie noch nie.

Um die sogenannte „MINT-Lücke“ zu schließen, sind laut Frühjahrsreport des Instituts der deutschen Wirtschaft (idw) 314.00 zusätzliche Arbeitnehmer notwendig. Im Vergleich zum April 2017 fehlen 77.300 Fachkräfte, was eine Steigerung von 32,5 Prozent bedeutet. Die Lücke ist somit auf dem höchsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2011.

Aus dem Report geht hervor, dass Unternehmen nicht mehr nur Akademiker suchen, sondern vor allem Fachkräfte mit einer Berufsausbildung und Spezialisten wie zum Beispiel Meister oder Techniker. Der Anteil der benötigten nichtakademischen Berufen ist dadurch auf 67 Prozent gewachsen. Betriebe suchen vor allem nach Arbeitskräften aus dem IT-Sektor. So hat sich die Zahl der benötigten Informatiker in den letzten vier Jahren von 16.000 auf 39.600 im April 2018 mehr als verdoppelt.

Insgesamt sind 2018 in Deutschland 236.500 MINT-Fachkräfte und 253.100 MINT-Spezialisten in Firmen angestellt. Um den wachsenden Bedarf an Fachkräften zu decken, schlägt die Studie verschiedene Lösungen vor. Neben der Ausbildung von Geflüchteten sollten Unternehmen auch Fachkräfte aus dem Ausland anwerben. Laut idw sei ohne ausländische Arbeitnehmer die Lücke in diesen Berufen noch größer: Ihr Anteil liegt bei 148.200 Personen.

Im Interesse einer nachhaltigen Entwicklung fordert die Studie daher von Schulen, Politik und Unternehmen, junge Menschen für MINT-Berufe stärker zu begeistern. Auch die bessere Entlohnung in technischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Sektoren sei ein starkes Argument. Von den MINT-Fachkräften verdienen knapp 40 Prozent monatlich mehr als 2.000 Euro netto. In anderen Ausbildungsberufen ist das nur bei 22 Prozent der Fall.

Der MINT-Report entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und wird zweimal jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt.

Institut der deutschen Wirtschaft (idw) „MINT-Frühjahrs 2018: MINT – Offenheit, Chancen, Innovationen“ (PDF, 722 KB)

Informationen und Angebote der DEKRA Akademie

Sie haben weitere Fragen?

Tel.: +49.711.7861-3939
Fax: +49.711.7861-2655

E-Mail:

Diesen Beitrag teilen: