Frauenmangel in der IT-Branche

Frau am Computer bei der Arbeit, © nd3000 - Fotolia
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Eine aktuelle EU-Studie zeigt, dass der Anteil der männlichen Mitarbeiter im IT-Sektor dreimal so hoch ist wie der der weiblichen.

2015 sind 5,8 Prozent der Europäer in digitalen Berufen tätig gewesen. Davon waren nur 21,5 Prozent Frauen. Das Problem beginnt dabei bereits mit der Studienwahl: Während in dem Jahr 7,5 Prozent der männlichen Studierenden in Deutschland einen Studiengang im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) abgeschlossen haben, hat der Anteil der Absolventinnen bei vergleichsweise mageren 1,6 Prozent gelegen. Auch ist es der Studie zufolge für Informatikerinnen schwerer als für ihre männlichen Mitbewerber, eine passende Stelle zu finden.

Hinzu kommt, dass 8,7 Prozent der IKT-Absolventinnen im Alter zwischen 30 und 44 die Branche wieder verlassen. Bei den Männern sind es hingegen gerade einmal 1,2 Prozent. Neben der in dem Alter oft üblichen Familienplanung sehen die Forscher die Gründe hierfür vor allem in Vorurteilen und einer anhaltenden Diskriminierung von weiblichen Mitarbeitern im Digitalsektor. Trotzdem haben Telekommunikationsunternehmen mit 27,1 Prozent die höchste Frauenquote im oberen Management und Aufsichtsräten. Das entspricht einem Plus von 46 Prozent gegenüber 2011. Gleichzeitig findet sich dort mit 17,2 Prozent jedoch auch der größte Anteil an rein männlichen Führungsgremien.

Wie viel Potenzial Unternehmen durch diesen Negativtrend verloren geht, zeigt ein Vergleich der digitalen Fertigkeiten von Jugendlichen unter 24 Jahren. Diese fallen in besagter Altersgruppe bei den Mädchen und jungen Frauen nachweislich höher aus als bei den Jungen und Männern der Vergleichsgruppe. Trotzdem belegen nur 63 Prozent der Schülerinnen während der letzten Jahre ihrer Schulausbildung das Fach Informatik, während es bei den Schülern 83 Prozent sind. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei Start-ups im Digitalbereich: Zwar haben 2015 nur 23,4 Prozent der neuen Unternehmen weibliche Gründer, jedoch konnten sich deren Firmen besser etablieren. Auch sind in 63 Prozent der Fälle die getätigten Investitionen erfolgreicher verlaufen.

European Commission: Women in the Digital Age (PDF, 5,8 MB)

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