Förderung durch Bildungsurlaub

Bildungsurlaub beantragen: Alle Infos auf einen Blick

Die Arbeitswelt verändert sich ständig und mit zunehmender Geschwindigkeit. Um als Arbeitnehmer (m/w/d) auf dem Laufenden zu bleiben, sind Weiterbildungen in jedem Lebensalter wichtig. Im Rahmen des Bildungsurlaubs, auch Bildungsfreistellung genannt, fördert der Staat diese Weiterbildungen. Arbeitgeber sind demnach dazu verpflichtet, ihre Mitarbeiter (m/w/d) zum Zweck der beruflichen oder politischen Weiterbildung freizustellen


Ist Bildungsurlaub bezahlter Urlaub?

Während der Bildungsmaßnahme wird der Lohn weiterhin fortgezahlt. Die Kosten für die Weiterbildung und eventuelle Reisekosten trägt der Arbeitnehmer (m/w/d) selbst.Weitere Fördermöglichkeiten für berufliche Weiterbildungen können jedoch mit dem Bildungsurlaub kombiniert werden. Kann das erlernte Wissen auch im Job angewendet werden, lohnt die Nachfrage nach Kostenübernahme beim Arbeitgeber.


Wer hat Anspruch auf Bildungsurlaub?

Es gibt auf Bundesebene kein einheitliches Gesetz, das den Anspruch auf Bildungsurlaub regelt. In 14 von 16 Bundesländern haben Arbeitgeber aber erst einmal Anspruch. In Bayern und Sachsen gilt das nicht.

Die 14 Landesgesetze unterscheiden sich in den Details, die Kernaussage bleibt aber gleich. Um das Recht in Anspruch nehmen zu können, muss das jeweilige Seminar im entsprechenden Bundesland als Bildungsurlaub anerkannt sein. Dadurch kann ein Kurs in einem der Bundesländer anerkannt sein, in einem anderen jedoch nicht.

Generell gilt, dass nur Arbeitnehmer (m/w/d) von der Freistellung profitieren können. Studierende, Hausfrauen oder Rentner (m/w/d) sind davon ausgeschlossen.

In manchen Ländern sind Beamte (m/w/d), mit dem Hinweis auf eigene Weiterbildungsangebote, ausgeschlossen. Beamte (m/w/d) können bei Bildungsanbietern nachfragen ob ggf. ein Antrag auf Anerkennung nach Beamtenrecht gestellt werden kann.


Hat man in der Ausbildung Anspruch auf Bildungsurlaub?

Für Auszubildende gelten eigene Vorgaben. Diese dürfen grundsätzlich Bildungsurlaub in Anspruch nehmen, allerdings meistens beschränkt auf ihren Bereich oder auf politische Bildungsangebote.


Was fällt alles unter Bildungsurlaub?

Bei den Inhalten der Kurse muss es sich nicht zwingend um berufsbezogene Themen handeln. Grundsätzlich soll durch die Freistellung die berufliche sowie die politische Weiterbildung gefördert werden. Was Beschäftigte in diesen zusätzlichen freien Tagen lernen möchten, ist ihnen nahezu freigestellt. So kann auch das Erlernen von Sprachen oder Sportarten darunterfallen. Wichtig ist, dass die jeweilige Maßnahme im Arbeits-Bundesland im Rahmen des Bildungsurlaubs anerkannt ist.


Wie viel Bildungsurlaub steht mir zu?

Die Anzahl der freien Tage im Rahmen des Bildungsurlaubs differenzieren je nach Bundesland. Im Durchschnitt sind es fünf Tage pro Jahr. Einige Landesregierungen sehen aber weitere Bedingungen vor. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen muss der Beschäftige zum Beispiel bereits eine bestimmte Anzahl an Monaten im Betrieb beschäftigt sein. Auch die Möglichkeit der Aufsparung der zur Verfügung stehenden Urlaubstage ist teilweise möglich. So könnte ein Arbeitnehmer (m/w/d) in Berlin auch alle zwei Jahre 10 Tage in Anspruch nehmen.


Wie läuft die Anmeldung für den Bildungsurlaub ab?

Anspruchsberechtigte in deren Bundesland es ein Bildungsurlaubsgesetz gibt, können sich auf die Suche nach einem passenden Kurs machen. Vor einer verbindlichen Buchung sollte beim Veranstalter nachgefragt werden, ob der Kurs im jeweiligen Bundesland als Bildungsurlaub anerkannt ist. Natürlich sollte man frühzeitig mit dem Arbeitgeber abklären, ob im gewünschten Zeitraum Bildungsurlaub möglich wäre.

Nach einer verbindlichen Buchung bekommt man in den meisten Fällen alle erforderlichen Unterlagen wie Anmeldebestätigung, Anerkennungsbescheid und Ablaufplan vom Veranstalter zugeschickt. Diese Unterlagen werden beim Arbeitgeber eingereicht. Die Abgabe sollte man sich vom Arbeitgeber schriftlich bestätigen lassen. Wurde der Kurs absolviert bekommt man eine Teilnahmebestätigung, die beim Arbeitgeber vorzulegen ist.


Wie lange vorher muss man Bildungsurlaub beantragen?

Arbeitnehmer (m/w/d) sollten frühzeitig mit ihrem Arbeitgeber bezüglich der geplanten Freistellung sprechen. In der Regel ist eine Frist von vier Wochen vor der Maßnahme einzuhalten. Allerdings sollten die betrieblichen Bedingungen berücksichtigt werden. So kann einer möglichen Ablehnung durch den Arbeitgeber vorgebeugt werden.


Was tun, wenn der Antrag zum Bildungsurlaub abgelehnt wird?

Eine Absage sollte man sich unbedingt schriftlich geben lassen. In den Landesgesetzen ist genau definiert aus welchen Gründen Absagen zulässig sind. Die Gründe der Absage kann man mit Unterstützung des Betriebsrates oder eines Rechtsanwalts (m/w/d) genau prüfen.

Gründe für eine Ablehnung können beispielsweise nicht eingehaltene Fristen sein oder wenn zum gewünschten Zeitraum schon zu viele Kollegen (m/w/d) Urlaub haben. In einigen Bundesländern gibt es auch Schutzklauseln für Kleinunternehmen. Wenn sich die Ablehnung nur auf einen bestimmten Termin bezieht, kann man den Antrag mit einem anderen Termin erneut stellen.

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