Förderung durch Bildungsurlaub

Bildungsurlaub: Informationen für Beschäftigte & Arbeitgeber

Unsere Themen im Überblick:

Die Arbeitswelt verändert sich ständig und mit zunehmender Geschwindigkeit. Um als Beschäftigte auf dem Laufenden zu bleiben, sind Weiterbildungen in jedem Lebensalter wichtig. Wir informieren Sie im Nachfolgenden, was Sie über die Möglichkeit des Bildungsurlaubs wissen sollten und welche Vorteile einhergehen.


Bildungsurlaub: Begrifflichkeiten und länderspezifische Regelungen

Ihr Recht auf persönliche Weiterbildung

Sie sind berufstätig und möchten sich sowohl persönlich als auch beruflich weiterentwickeln? In 14 von 16 Bundesländern haben Sie das Recht auf Bildungsurlaub. Die einzelnen Bundesländer sind für die Regelung und den Ablauf der Antragstellung zuständig, d.h. Ihre Weiterbildung oder Fortbildung kann vom Staat gefördert werden. Arbeitgeber sind demnach dazu verpflichtet, ihre Mitarbeiter (m/w/d) zum Zweck der beruflichen oder politischen Weiterbildung freizustellen.

Allerdings nehmen nur wenige Arbeitnehmer (m/w/d) Ihren Anspruch auf Bildungsurlaub wahr. Wir möchten Sie deshalb über Ihre Möglichkeiten und wie Sie diesen beantragen, aufklären.

Zunächst einmal sollten Sie wissen, dass die Begrifflichkeiten je nach Bundesland variieren. Wir haben für Sie aufgelistet, in welchen Bundesländern welcher Begriff verwendet wird:

Bildungsurlaub:

  • Hessen, Brandenburg, Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland
  • Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein

Bildungszeit:

  • Berlin
  • Baden-Württemberg
  • Bremen

Arbeitnehmerweiterbildung:

  • Nordrhein-Westfalen

Bildungsfreistellung:

  • Rheinland-Pfalz
  • Thüringen

Bildungsurlaub in Bayern oder Sachsen

In Bayern und Sachsen gibt es kein Recht auf Bildungsurlaub. Keine Sorge, Sie haben dennoch die Chance, Ihre Weiterbildung staatlich fördern zu lassen, zum Beispiel greift das Programm der “Förderung Weiterbildung Sachsen” bei Personen, die in Sachsen leben oder arbeiten. Informieren Sie sich gerne über weitere Förderprogramme.


Wer darf Bildungsurlaub nehmen?

In den oben genannten Bundesländern ist das Recht auf Bildungsurlaub gesetzlich geregelt. Die Landesgesetze sind ähnlich zueinander, unterscheiden sich aber in den Details.

Beispielsweise können bestimmte Bildungsurlaub Seminare in einem Bundesland anerkannt sein, in einem anderen nicht.

Generell gilt, dass Arbeitnehmer (m/w/d) von der Freistellung profitieren können.

Sie befinden sich aktuell in einer Ausbildung und möchten gerne wissen, ob Sie ebenfalls Anspruch haben? Grundsätzlich dürfen Auszubildende Bildungsurlaub nehmen. Hier gibt es allerdings oftmals Einschränkungen, d.h. die Kurse beziehen sich auf den Ausbildungsbereich oder politische Themen.

Studierende, haushaltsführende Personen oder Rentner (m/w/d) haben hingegen keinen Anspruch auf Bildungsfreistellung. Dual-Studierende haben z.B. in Baden-Württemberg aber die Möglichkeit, Bildungszeit zu beantragen.

Hinweise:

In bestimmten Bundesländern gilt die Dauer der Beschäftigung im Unternehmen als weitere Voraussetzung, um einen Antrag stellen zu können. Beispielsweise müssen Beschäftigte in Rheinland-Pfalz mindestens sechs Monate beim aktuellen Arbeitgeber angestellt sein.


Bildungsurlaub Beamte (m/w/d)

Einen bundesweiten Rechtsanspruch auf Bildungsurlaub für Beamte (m/w/d) gibt es nicht. In sechs Bundesländern steht Beamten (m/w/d) eine Bildungsfreistellung zu:

  • Baden-Württemberg
  • Rheinland-Pfalz und Saarland
  • Schleswig-Holstein und Thüringen
  • Mecklenburg-Vorpommern (unbezahlter Bildungsurlaub)

In den anderen Bundesländern können Beamte (m/w/d) einen Antrag auf Freistellung nach der jeweils geltenden länderspezifischen Sonderurlaubsverordnung stellen.


Wie viele Tage Bildungsurlaub stehen mir zu?

Für die Bildungsfreistellung stehen Ihnen durchschnittlich fünf Tage pro Jahr zur Verfügung. Die Anzahl und Art, wie die Tage genommen oder ob diese ins nächste Jahr übertragen werden können, variiert je nach Bundesland. In vielen Ländern können beispielsweise Arbeitnehmer (m/w/d) auch alle zwei Jahre 10 Tage in Anspruch nehmen.


Wie wird der Bildungsurlaub bezahlt?

Die Kosten für die Weiterbildung und eventuelle Reisekosten trägt der Arbeitnehmer (m/w/d) selbst. Weitere Fördermöglichkeiten für berufliche Weiterbildungen können jedoch mit dem Bildungsurlaub kombiniert werden. Kann das erlernte Wissen auch im Job angewendet werden, lohnt die Nachfrage nach Kostenübernahme beim Arbeitgeber. Während der Bildungsmaßnahme wird der Lohn weiterhin fortgezahlt.


Vielfältige Bildungsurlaub Angebote – Sie haben die Wahl

Sie fragen sich gerade, was alles zum Bildungsurlaub zählt? Der Bildungsurlaub Kurs kann neben berufsbezogenen und politischen Themen zum Beispiel auch Sprachkurse beinhalten. Grundsätzlich soll durch die Freistellung die persönliche und berufliche sowie die politische Weiterbildung gefördert werden.

Was Beschäftigte in diesen zusätzlichen freien Tagen lernen möchten, ist ihnen nahezu freigestellt. Wichtig ist, dass die jeweilige Maßnahme in ihrem Bundesland anerkannt ist.

Auf den Seiten der einzelnen Bundesländer finden Sie unter anderem die verschiedenen Bildungsurlaub Angebote. Gerne können Sie sich auch direkt bei der DEKRA Akademie informieren und beraten lassen.


Bildungsurlaub online absolvieren

In vielen Bundesländern haben Sie die Chance, unter bestimmten Voraussetzungen Ihren Bildungsurlaub auch online zu absolvieren. In einigen Ländern gilt diese Verordnung in Zeiten der Coronapandemie, in anderen Ländern hingegen war dies schon vorher möglich, wie zum Beispiel in Bremen. Bei der DEKRA Akademie finden Sie eine große Auswahl an Online Weiterbildungen.


Bildungsurlaub beantragen – schrittweise erklärt

Schritt 1: Anspruch auf eine Freistellung

Prüfen Sie zunächst, ob es in Ihrem Bundesland ein Bildungsurlaubsgesetz gibt. Wichtig hierfür ist Ihr Arbeitsort, nicht aber Ihr Wohnort. Um Bildungsurlaub beantragen zu können, müssen Sie die landesspezifischen Voraussetzungen erfüllen. Wir haben einige Voraussetzungen für Sie oben zum Nachlesen aufgeführt.


Schritt 2: Weiterbildung suchen und finden

Die einzelnen Bundesländer bieten oftmals eigene Bildungsdatenbanken oder Listen mit anerkannten Seminaren an. Gerne können Sie sich auch direkt auf der Seite der DEKRA Akademie über das vielfältige Angebot informieren. Suchen Sie sich die passende Weiterbildung aus, die Ihren Interessen entsprechen. Bei uns finden Sie Weiterbildungen aus den unterschiedlichen Bereichen:

  • Transport, Lager- und Gefahrgutlogistik
  • Handwerk, Sicherheit & Industrie
  • Management & Nachhaltigkeit
  • Digitale Arbeitswelt
  • Kaufmännische Qualifizierungen etc.

Haben Sie die passende Weiterbildung gefunden, fragen Sie bitte bei Ihrem ausgewählten Standort nach, ob für diese auch per Bildungsurlaubsgesetz Ihres Bundeslandes eine Anerkennung vorliegt.


Schritt 3: Antrag auf Bildungsurlaub einreichen

Ihren Antrag auf Bildungsurlaub reichen Sie bei Ihrem Arbeitgeber ein. Bitte beachten Sie, dass die Frist je nach Bundesland zwischen 4 bis 9 Wochen liegt. Eine frühzeitige Antragstellung kann die Planbarkeit für Ihr Unternehmen oder Abteilung sowie für den Erfolg auf Genehmigung hilfreich sein.

In der Regel sollten dabei folgende Unterlagen bei Ihrem Arbeitgeber vorgelegt werden:

  • Anmeldebestätigung und gegebenenfalls Ablaufplan des Bildungsanbieters, wie zum Beispiel von der DEKRA Akademie
  • Nachweis der Anerkennung des Bildungsurlaub Seminars durch die jeweilige Anerkennungsbehörde

Schritt 4: Mit Bildungsurlaub starten

Wurde Ihr Antrag bewilligt, können Sie mit Ihrem gewünschten Bildungsurlaub Kurs starten. Vom Bildungsanbieter wie der DEKRA Akademie erhalten Sie alle notwendigen Informationen zum Kurs. Nach Abschluss der Weiterbildung erhalten Sie eine Teilnahmebestätigung, welche Sie bei Ihrem Arbeitgeber einreichen müssen.


Wann kann Bildungsurlaub abgelehnt werden?

Gründe für eine Ablehnung können beispielsweise nicht eingehaltene Fristen sein oder wenn zum gewünschten Zeitraum schon zu viele Kollegen (m/w/d) Urlaub haben. In einigen Bundesländern gibt es auch Schutzklauseln für Kleinunternehmen. Wenn sich die Ablehnung nur auf einen bestimmten Termin bezieht, kann man den Antrag mit einem anderen Termin erneut stellen.

Eine Absage sollten Sie sich unbedingt schriftlich geben lassen. In den Landesgesetzen ist genau definiert, aus welchen Gründen Absagen zulässig sind. Die Gründe der Absage können Sie mit Unterstützung des Betriebsrates oder eines Rechtsanwalts (m/w/d) genau prüfen lassen.


Weiterbildungsurlaub – Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmende

Von einem Weiterbildungsurlaub profitieren sowohl der Arbeitnehmende als auch der Arbeitgeber, denn nicht nur der Arbeitnehmende erlernt etwas Neues oder vertieft seine Kenntnisse. Die neuen Erfahrungen und Ideen können mit dem eigenen Team geteilt werden und in das Unternehmen mit einfließen, um so z.B. innovative Lösungen zu erarbeiten.

Von Innovationen oder auch Optimierungsvorschläge für gewisse Arbeitsprozesse profitiert das Unternehmen ebenfalls. Arbeitgeber sollten demnach in eine gute Personalentwicklung investieren und den Fokus auf die Weiterbildung im Beruf legen sowie den Beschäftigten die Möglichkeit auf Bildungszeit gewähren.

Mit dem lebenslangen Lernen sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer (m/w/d) auf die berufliche Zukunft und die damit einhergehende rasante Entwicklung in der Arbeitswelt gut vorbereitet.


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