KEP-Branche: Beste Einstiegschancen

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In der Kurier-, Express- und Paketbranche in Deutschland kennt der Umsatz seit Jahren nur eine Richtung, und zwar nach oben. Die Pandemie hat dem Online-Handel einen zusätzlichen Push gegeben: Immer mehr Menschen gehen auf digitale Shopping-Tour.

Dadurch hat sich die Personalsituation im Zustellbereich weiter verschärft. Welche Anforderungen stellen Arbeitgeber an diejenigen, die Lieferungen zustellen und was bieten sie Jobsuchenden? Der leergefegte Bewerbermarkt scheint sich auf ihre Großzügigkeit auszuwirken – zumindest ein wenig. Die Analyse von 350 Stellenangeboten für Zustellkräfte in der KEP-Branche deutet jedenfalls in diese Richtung.

Dienstleister im Bereich Kurier-, Express und Paketdienste (KEP) suchen verzweifelt Personal. In der Branche waren 2019 laut Statistischem Bundesamt knapp 513.000 Menschen beschäftigt. Das waren fast 200.000 mehr als noch 2002, was viel über den Personalbedarf von KEP-Dienstleistern aussagt; die Pandemie hat die Situation weiter verschärft.

Aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten, im stationären Handel einzukaufen, waren nun auch Menschenmit dem digitalen Einkaufswagen unterwegs, die bislang eher nicht zu den Kunden von Online-Shops zählten. Im Rahmen des DEKRA Arbeitsmarkt-Reports wurden 350 Stellenangebote analysiert, um herauszufinden, welche Kompetenzen und Fähigkeiten KEP-Fahrerinnen und -Fahrer auf Jobsuche benötigen.


Wer rekrutiert Zustellkräfte?

Wer sich für eine der ausgeschriebenen Positionen interessiert, findet erwartungsgemäß am häufigsten in der Transport- und Logistikbranche seinen zukünftigen Einsatzbereich. Gut drei Viertel der Jobangebote mit Angaben zur Branche haben Transportdienstleister ausgeschrieben (76,3 %). Hin und wieder können sich Jobsuchende auch außerhalb der Kernbranche bewerben, z. B. im Bereich Nahrungs- und Genussmittel oder im Groß-und Einzelhandel (6,0 bzw. 5,6 %).

Bei fast zwei Dritteln der Positionen begeben sich die Personalabteilungen selbst auf die Suche (64,9 %). Manche scheuen keine zusätzlichen Kosten und schalten eine Personalvermittlung ein, um das begehrte Fahrpersonal zu finden (13,1 %). Vor vier Jahren war jedoch doppelt so oft einer der Personaldienstleister in den Recruiting-Prozess involviert. Arbeitgeber halten diese Strategie derzeit vielleicht für wenig aussichtsreich, da Zustellkräfte am Arbeitsmarkt ohnehin kaum noch zu finden sind. Dagegen haben Zeitarbeitsunternehmen diese Zielgruppe für sich entdeckt: Der Anteil entsprechender Stellen ist auf 17,1 % gestiegen (2017: 11,5 %).


Reibungslose Prozesse oberstes Ziel

Bei ihrem zukünftigen Arbeitgeber transportieren die gesuchten Mitarbeitenden am häufigsten Briefsendungen sowie Zeitungen und Prospekte. Nur jede vierte Jobbeschreibung erwähnt explizit Pakete als Transportgut. Immer wieder sollen KEP-Fahrerinnen und-Fahrer in ihrem neuen Job auch Kurierfahrten übernehmen, d. h. sie holen Güter auf individuelle Bestellung ab und bringen diese schnellstmöglich direkt an ihren Bestimmungsort

Neben der eigentlichen Zustelltätigkeit erwähnen etwa sechs von zehn Arbeitgebern Aufgaben bzw. praktische Erfahrungen, die sie von Bewerberinnen und Bewerbern erwarten (57,4 %). Dabei achten sie bei ihrem Personal insbesondere darauf, dass Fahrzeuge umsichtig beladen und Transportgüter sicher verstaut werden: So standen Kenntnisse in Ladungssicherung bereits vor vier Jahren ganz oben auf der Liste der Auswahlkriterien und haben noch zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Kein Wunder, denn defekte Warenverursachen Kosten und verärgern Kunden, die auf die bestellten Produkte warten und sofort verwenden möchten. Im hart umkämpften KEP-Markt können sich Dienstleister keinen Imageverluste oder Unzuverlässigkeit leisten.

Je sorgfältiger Beschäftigte Pakete und Briefe sortieren, desto reibungsloser verläuft danach der eng getaktete Zustellprozess. Das Sortieren von Sendungen wird in Anforderungsprofilen zwar nicht mehr so oft genannt, dürfte aber weiterhin ein wichtiger Teil des Arbeitsalltags sein. Beim Wunsch nach Ortskenntnissen seitens der Bewerbenden geht es in Zeiten von Navigations-Apps vermutlich weniger darum, eine bestimmte Adresse zu finden, sondern um die Kenntnis spezifischer Gegebenheiten, vor allem in Innenstädten mit wenig Parkmöglichkeiten. Vergleichsweise selten fordern Personalabteilungen, dass die Jobsuchenden mit digitalen Geräten wie PC oder Scannern umgehen können.

Dies könnte daran liegen, dass die eingesetzten Geräte mittlerweile oft intuitiv bedienbar sind und Menschen, die mit einem Smartphone umgehen können, dazu beispielsweise auch bei einem Handscanner in der Lage sind. Um das Infektionsrisiko während der Pandemie zu minimieren, haben viele KEP-Dienstleister auf eine kontaktlose Übergabe umgestellt. Dementsprechend nimmt die Dokumentation nun größeren Raum ein als vor vier Jahren.


Weitere Informationen rund um den Beruf der KEP-Fahrer (m/w/d) finden Sie hier: